Mango – Königin der Tropenfrüchte

Die Mango würde ohne Zweifel nicht nur in der Karibik einen der ersten Plätze belegen, wenn es einen Wettbewerb exotischer Früchte in Bezug auf Geschmack, Duft und Vielseitigkeit der Verwendung gäbe. Die neben Ananas und Banane bedeutendste  „Frucht aller Tropenfrüchte“ hat einen köstlichen, exotischen Eigengeschmack, der dem zum Beispiel eines Pfirsichs in Bezug auf Ausprägung und Komplexität deutlich übertrifft. 

Mit den Portugiesen nach Brasilien und die Karibik

Ursprünglich stammt die Mango aus dem tropischen Regenwald im Gebiet zwischen dem indischen Assam und Myanmar. Ihre Kultivierung erfolgte zunächst in Indien und von wo sie im 14. Jahrhundert zunächst auf Malaysia und danach die Philippinen ausgedehnt wurde. Es waren wahrscheinlich die Portugiesen im 16. Jahrhundert, die die Mango zuerst nach Ost- und Westafrika und danach über den Atlantik nach Brasilien brachten. Von dort aus eroberte die Mango im 18. Jahrhundert die gesamte Karibik, Mexiko, Florida und danach den Rest der Welt.  

Mango, Sonne, Schatten und Buddha

Der immergrüne Mangobaum kann bis zu 45 m hoch und seine Baumkrone 30 m Durchmesser erreichen. Dadurch ist er ein beliebter Schattenspender den bereits Buddha als Ort der Meditation genutzt haben soll. Die Blüten bestehen aus großen Rispen mit tausenden von Einzelblüten, deren Duft dem von Lilien ähnelt. Vom Blütenstand bis zur Ausprägung der reifen Frucht dauert es dann 6 Monate . Die Früchte hängen an langen Stielen büschelwiese am Baum.

Es gibt weltweit mehr als 1.000 verschiedene Mango-Sorten. Sie unterscheiden sich in Größe, Form und Farbe der Schale. Eines ist jedoch bei allen Mangos gleich – die ledrige, ungenießbare Schale unter der sich ein saftiges, goldgelbes und je nach Sorte weich bis festes, mehr oder weniger faseriges, aromatisches Fruchtfleisch verbirgt. Während man die Schale nach dem Einschneiden der Frucht gut abziehen kann, ist der große ovale Stein ziemlich fest mit dem Fruchtfleisch verbunden.

Der Geschmack der Mango variiert aufgrund der großen Sortenvielfalt deutlich breiter als beispielsweise der des Apfels.

Der Geschmack der in Europa angebotenen Mango-Sorten ist den europäischen Vorlieben angepasst. Er ist süß und weist eine stets fruchttypische, leichte Terpentinnote auf, die in den Ursprungsländern sehr beliebt, bei uns hingegen eher gewöhnungsbedürftig ist, wenn sie zu stark ausgeprägt ist. Im Unterschied zu den deutlich kleineren, festen und sehr faserigen Wildformen ist das Fruchtfleisch der europäischen Importmango eher faserarm und weich.

Eine gesunde „Vitamin A und C –Bombe mit Mineralstoffzünder“

Die Mango ist ein sehr wertvolles Lebensmittel. Sie ist gut verdaulich, säurearm, hat den höchsten Vitamin A-Gehalt unter den Handelsfrüchten und das bei einem Vitamin-C Gehalt, der dem einer Zitrone entspricht. Das Fruchtfleisch enthält zudem Vitamin K, Folsäure, Beta Carotin und eine ganze Reihe wertvoller Mineralien wie Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Kupfer. Es werden ihr zahlreiche positive Wirkungen zugesprochen, die auf diesen Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelemente-Cocktail zurückzuführen sind – wie u.a. vorbeugend und mindernd bei Stress und Infektions- und Erkältungskrankheiten, beruhigend für die Nerven, stimulierend für die Zellregeneration, stärkend für das Herz, anregend für die Produktion roter Blutkörperchen und helfend bei Sehschwäche und Nachtblindheit.

Die Mango ist nicht nur reich an wichtige Nährstoffe und Mineralien, sondern sättigt zugleich. Deswegen ist sie nach der Banane in den Tropen und Subtropen für breite Bevölkerungsschichten ein wichtiges Nahrungsmittel.

Achtung! Die Schale der Mango ist nicht essbar und enthält Allergene, die bei empfindlichen Menschen Hautreizungen verursachen können. Geschälte Mangos sind aber bedenkenlos zu verzehren.

Mangos vom Discounter

Bei den auf dem deutschen Markt erhältlichen Mangos gibt es allerdings ein Problem, dass weniger mit der Qualität der Frucht, sondern mit dem Reifezustand der hier erhältlichen Früchte zu tun hat. Reife Mangos sind schlecht zu transportieren, da sie zum einen sehr druckempfindlich sind und zum anderen keine Temperaturen unter 13 Grad vertragen.  Der nicht spezialisierte Großhandel und die Discounter bestehen auf Ware, die während des Transportes nicht verdirbt und beziehen deswegen unreif geerntete Mangos. Das Problem dabei ist, dass die Lagerung dieser unreifen Früchte viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung erfordert. Die Früchte müssen nach dem Transport bei 25-30 Grad ausreifen und dürfen danach nicht zu kühl gelagert werden. Leider ist man beim deutlich teureren „Flug-Obst“, das reif geerntet und danach per Luftfracht zu uns kommt, auch nicht immer auf der sicheren Seite. Auch hier können Lagerschäden durch unsachgemäße, zu kühle Lagerung in den Filialen auftreten und der Handel hat nur ein kurzes Zeitfenster von höchstens 8-10 Tagen, bis die reif geerntete Mango an Qualität verliert.

Wie erkennt man eine reife Mango?

Den Reifezustand kann man gewissermaßen riechen. Sie haben einem angenehmen, kräftigen Duft und das Fruchtfleisch sollte beim Druck weder zu stark nachgeben, noch zu fest sein. Kleine braune oder schwarze Flecken sind ein Zeichen der Reife und stellen keine Qualitätsminderung dar. An der Farbe der Schale kann man den Reifezustand nicht wirklich erkennen. Bei Discounter-Mangos kann man die Qualität je nach Härtegrad durch einige Tage Nachreifung an einem min. 25 Grad warmen Ort erhöhen. Allerdings sind Schäden durch unsachgemäße Lagerung im Kühlraum irreparabel. Also Finger weg von Mangos, die kühl oder durch Kondenswasser feucht sind.

Tipp für den Verzehr einer Mango als Frischobst bzw. Snack zwischendurch: Da sich das Fruchtfleisch einer Mango schwer vom Kern entfernen lässt, haben die Inselbewohner der Karibik eine einfache aber effektive Methode entwickelt, die Mango zu essen. Die reife Mango wird einfach auf einem Stein oder eine anderen harten Oberfläche „weich-bzw. mürbegeklopft“. Danach lässt sich die Schale wie bei einer Tomate abziehen und die Mango kann wie ein Apfel oder ein Pfirsich gegessen werden.  Die Mango ist als Snack für zwischendurch übrigens nicht nur gesund und lecker, sondern sättigt durch die faserige Struktur des Fruchtfleisches auch deutlich mehr und anhaltender als anderes Obst oder Gemüse.

Mango in der Küche

Die Mango ist in der karibischen Küche eine äußerst vielseitig einsetzbare Frucht. Neben dem Verzehr als Frischobst eignet sie sich auch für unzählige weitere Zubereitungsarten. Man verwendet sie für Obstsalat, Kompott, Marmelade, Mus, Creme, Sorbet, Eis und Kuchen aber auch für deftige Suppen, Vorspeisen, als Gemüse, in Currys, Saucen und Chutneys.  Natürlich findet die Mango auch bei der Herstellung von Saft, Limonaden und Likören Verwendung.

Je nach geplanter Anwendung sollte man sich auch seine Mango aussuchen. Für alle süßen Anwendungen im Dessertbereich eignen sich reife Mangos mit kräftigem Aroma am Besten. Für den pikanten Bereich oder wenn die Frucht erhitzt werden muss, eignen sich halb- oder unreife Früchte für die Verarbeitung deutlich besser.

Universalfrucht mit vielen positiven Eigenschaften

Die Mango ist nicht nur sehr gesund, lecker und vielfältig einsetzbar, sondern sie ergänzt sich geschmacklich hervorragend mit vielen anderen Obst- und Gemüsesorten und Gewürzen. In der Karibik heißt es nicht umsonst „A Mango a day, keeps the doctor away!“  Das sollten gute Gründe sein, der Mango beim nächsten Einkauf deutlich mehr Beachtung zu schenken.

Rezepte und Anregungen finden Sie unter karibisch Kochen.

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