US Virgin Islands
U.S. Virgin Islands – drei Inseln, drei Gesichter der amerikanischen Karibik
Türkisfarbenes Wasser, weiße Sandstrände und bewaldete Hügel – auf den ersten Blick erfüllen die U.S. Virgin Islands ziemlich genau das klassische Bild der Karibik. Doch hinter der gemeinsamen Zugehörigkeit zu den USA verbergen sich drei erstaunlich unterschiedliche Inselwelten.
St. Thomas ist lebhaft, international und das touristische Zentrum. St. John gehört zu den naturbelassensten Inseln der Karibik. Und St. Croix, mit Abstand die größte der drei Hauptinseln, verbindet historische Städte, karibische Kultur und hervorragende Tauch- und Schnorchelreviere.
Gerade diese Unterschiede machen den Reiz der Amerikanischen Jungferninseln aus: Man kann sie einzeln bereisen – oder miteinander kombinieren.
Überblick

U.S. Virgin Islands auf einen Blick

St. Thomas – Hafenstadt, Traumstrände und karibisches Leben
Für viele Besucher beginnt die Reise auf St. Thomas. Die hügelige Insel ist das wirtschaftliche und touristische Zentrum der U.S. Virgin Islands und besitzt mit Charlotte Amalie zugleich deren Hauptstadt.
Die Stadt zieht sich von ihrem großen Naturhafen die steilen Hänge hinauf. Historische Gebäude, Treppengassen und ehemalige Lagerhäuser erinnern an die Zeit, als die Inseln noch dänisch waren. Heute bestimmen Geschäfte, Restaurants, Yachten und vor allem Kreuzfahrtschiffe das Bild des Hafens.
Charlotte Amalie ist lebhaft und gelegentlich geschäftig – aber gerade dieser Kontrast zu den ruhigeren Nachbarinseln gehört zum Charakter der USVI.
Nur wenige Kilometer entfernt zeigt St. Thomas bereits ein ganz anderes Gesicht.
Magens Bay – der berühmteste Strand von St. Thomas
Die tief eingeschnittene Magens Bay im Norden der Insel gehört zu den bekanntesten Stränden der Amerikanischen Jungferninseln. Zwischen grünen Hügeln zieht sich der helle Sand entlang einer geschützten Bucht, deren meist ruhiges Wasser ideal zum Schwimmen ist.
Wer es ruhiger mag, findet rund um St. Thomas zahlreiche kleinere Buchten und Strände. Auch vom Wasser aus lohnt sich die Insel: Segeln, Schnorcheln und Tagesausflüge zu benachbarten Inseln gehören zu den beliebtesten Aktivitäten.
St. John – die grüne Insel
Nur eine kurze Fährfahrt von St. Thomas entfernt verändert sich die Atmosphäre grundlegend.
St. John ist kleiner, ruhiger und wesentlich grüner. Fast 58 Prozent der Landfläche werden vom National Park Service verwaltet. Der Virgin Islands National Park schützt darüber hinaus große Meeresflächen mit Korallenriffen, Seegraswiesen und Mangroven.
Das Ergebnis ist eine Insel, auf der Natur und Landschaft bis heute den Rhythmus bestimmen.
Cruz Bay – das kleine Tor nach St. John
Cruz Bay ist Hauptort und Fährhafen der Insel. Restaurants, kleine Geschäfte und Bars konzentrieren sich rund um den Hafen – wenige Minuten später führen die Straßen bereits durch bewaldete Hügel und hinein in den Nationalpark.
St. John eignet sich deshalb besonders für Reisende, die die Karibik lieber ruhig und naturnah erleben möchten.
Trunk Bay – Postkartenkaribik
Der bekannteste Strand von St. John ist Trunk Bay. Weißer Sand, dicht bewachsene Hänge und klares türkisfarbenes Wasser ergeben eines jener Bilder, die fast schon zu perfekt wirken, um real zu sein.
Entlang der Nordküste folgen weitere Buchten wie Cinnamon Bay, Maho Bay und Hawksnest Bay. Zwischen ihnen verlaufen Wanderwege durch tropischen Trockenwald und zu historischen Relikten ehemaliger Plantagen.
Gerade die Verbindung von Wandern, Baden und Schnorcheln macht St. John besonders.
St. Croix – Geschichte, Kultur und ein eigenes Lebensgefühl
Rund 70 Kilometer südlich von St. Thomas und St. John liegt St. Croix. Sie ist die größte Insel der U.S. Virgin Islands und wirkt zugleich eigenständiger als ihre beiden nördlichen Schwestern.
Hier geht es weniger um das klassische Resort-Erlebnis. Historische Städte, Landwirtschaft, lokale Gastronomie und eine ausgeprägte Crucian-Kultur geben der Insel einen eigenen Charakter.
Christiansted – koloniale Geschichte am Wasser
Christiansted ist eine der reizvollsten historischen Städte der USVI. Pastellfarbene Gebäude, Arkadengänge und die alte Hafenfront erinnern an die dänische Kolonialzeit.
Das markante gelbe Fort Christiansvaern und die historischen Gebäude rund um den Hafen bilden heute den Christiansted National Historic Site.
Restaurants und kleine Geschäfte haben viele der alten Gebäude übernommen, ohne dass die historische Struktur der Stadt verloren gegangen ist.
Frederiksted – die ruhigere Schwester
An der Westküste liegt Frederiksted. Der Ort ist kleiner und beschaulicher als Christiansted und besitzt eine lange Uferpromenade mit Blick auf das Karibische Meer.
Besonders reizvoll ist die Westküste am späten Nachmittag, wenn die Sonne über dem Meer untergeht.
Buck Island – Korallenwelt vor St. Croix
Vor der Nordostküste von St. Croix liegt eines der wichtigsten Naturziele der USVI: das Buck Island Reef National Monument.
Rund zwei Drittel der kleinen unbewohnten Insel werden von einem Elkhorn-Korallenriff umgeben. Ein Unterwasserpfad ermöglicht Schnorchlern, die Korallenwelt und ihre tropischen Fische zu entdecken. Das Schutzgebiet gehört zu den bemerkenswertesten Riffsystemen der Region.
Buck Island ist ausschließlich per Boot erreichbar. Von Christiansted und nahe gelegenen Marinas werden Ausflüge angeboten; die Überfahrt dauert je nach Boot und Wetter ungefähr 40 bis 90 Minuten.
Tauchen – St. Croix unter Wasser
Auch für Taucher ist St. Croix interessant. Neben Korallenriffen und Wracks bietet die Insel eine Besonderheit: Vor der Nordküste fällt der Meeresboden am Rand des Puerto-Rico-Grabens steil in große Tiefen ab.
Zusammen mit Buck Island und den ruhigeren Tauchplätzen der Westküste ergibt sich eine ungewöhnlich große Bandbreite an Revieren.
Wer nicht taucht, findet beim Schnorcheln ebenfalls hervorragende Möglichkeiten – insbesondere rund um Buck Island und an geschützten Buchten.
Water Island – die kleine Vierte
Neben den drei großen Namen gehört auch Water Island offiziell zu den U.S. Virgin Islands. Sie liegt unmittelbar vor St. Thomas und ist mit Abstand kleiner und weniger entwickelt.
Für Urlauber ist sie vor allem als ruhiger Tagesausflug interessant. Honeymoon Beach steht dabei im Mittelpunkt – ein Gegenprogramm zum geschäftigen Charlotte Amalie auf der anderen Seite des Wassers.
Water Island sollte man kennen, aber sie muss nicht zwingend Bestandteil jeder USVI-Reise sein.
Amerikanisch – und trotzdem unverkennbar karibisch
Politisch gehören die U.S. Virgin Islands zu den Vereinigten Staaten. Bezahlt wird mit US-Dollar, Englisch ist Amtssprache und viele organisatorische Dinge wirken vertraut amerikanisch.
Im Alltag bleibt der karibische Charakter jedoch deutlich spürbar. Eine besonders auffällige Eigenheit ist der Straßenverkehr: Obwohl fast ausschließlich amerikanische Fahrzeuge mit Linkslenkung unterwegs sind, fährt man auf den USVI links. Auch der National Park Service weist Besucher ausdrücklich auf den Linksverkehr hin.
Kulturell treffen afrikanisch-karibische Traditionen, die lange dänische Kolonialgeschichte und moderner amerikanischer Einfluss aufeinander. Diese Mischung unterscheidet die Inselgruppe deutlich von vielen anderen Destinationen der Karibik.
Welche Insel passt zu wem?
St. Thomas eignet sich besonders für Besucher, die Strände mit Restaurants, Shopping, Wassersport und guter touristischer Infrastruktur verbinden möchten.
St. John ist unsere Empfehlung für Naturfreunde, Wanderer, Schnorchler und alle, die eine ruhigere Karibik suchen. Mehr als die Hälfte der Insel steht unter Verwaltung des National Park Service – entsprechend stark prägt die Natur das Reiseerlebnis.
St. Croix bietet die größte Vielfalt aus Geschichte, Kultur, Landschaft, Stränden und Unterwasserwelt. Wer nicht nur Strandurlaub machen möchte, kann hier problemlos mehrere Tage verbringen.
Am spannendsten ist allerdings die Kombination der Inseln. Besonders St. Thomas und St. John lassen sich sehr gut miteinander verbinden; St. Croix ergänzt die Reise um eine deutlich andere Inselwelt.
Fazit
Die U.S. Virgin Islands sind keine Destination, die sich auf einen einzigen Charakter reduzieren lässt.
St. Thomas bietet das lebendige Zentrum, St. John die spektakuläre Natur und St. Croix Geschichte, Kultur und maritime Erlebnisse. Dazwischen liegen einige der schönsten Strände und Korallenlandschaften der nördlichen Karibik.
Drei Inseln, drei unterschiedliche Gesichter – und gerade deshalb eine der vielseitigsten Inselgruppen der Karibik.
Inselimpressionen




