Martinique

Die Blumeninsel der französischen Karibik

Martinique trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Blumeninsel“. Üppige tropische Vegetation, Hibiskus, Bougainvillea, Helikonien und zahlreiche exotische Pflanzen prägen insbesondere den grünen Norden der Insel. Dazu kommt eine ungewöhnliche Mischung aus französischer Lebensart und kreolischer Kultur: Martinique ist Teil Frankreichs und der Europäischen Union – und zugleich unverkennbar karibisch.

Der Norden wird vom mächtigen Vulkan Montagne Pelée geprägt. Regenwald, tropische Gärten, Wasserfälle und dunkle Vulkanstrände bestimmen hier die Landschaft. Rund um Fort-de-France zeigt sich Martinique urbaner, während der Süden mit helleren Stränden, geschützten Buchten und kleinen Ferienorten die klassische Badeseite der Insel bildet.

Martinique eignet sich besonders für Reisende, die nicht zwischen Natur, Kultur, Genuss und Strand wählen möchten. Durch seine Lage in der Inselkette der Kleinen Antillen lässt sich ein Aufenthalt außerdem hervorragend mit anderen Karibikinseln verbinden.

Martinique Übersichtskarte

Übersichtskarte von Martinique mit Fort-de-France, Montagne Pelée, Saint-Pierre, Le Diamant, Sainte-Anne und weiteren wichtigen Orten sowie der Lage der Insel innerhalb der Karibik.

Auf einen Blick

Martinique auf einen Blick: Hauptstadt Fort-de-France, französisches Überseegebiet, Sprache Französisch und Kreolisch, Währung Euro, rund 1.100 km² und 370.000 Einwohner.

Fort-de-France – französische Karibik mit urbanem Gesicht

Fort-de-France ist Hauptstadt, wirtschaftliches Zentrum und wichtigster Verkehrsknotenpunkt Martiniques.

Das Stadtbild verbindet französische und kreolische Einflüsse. Rund um die Savane liegen einige der bekanntesten Gebäude der Stadt. Besonders auffällig ist die Bibliothèque Schœlcher, deren ungewöhnliche Architektur auf das späte 19. Jahrhundert zurückgeht.

Märkte, Geschäfte und Restaurants vermitteln einen guten Eindruck vom alltäglichen Martinique. Fort-de-France ist weniger klassische Sehenswürdigkeit als vielmehr der Ort, an dem die moderne französische Karibik besonders deutlich sichtbar wird.

Für Reisende ist die Stadt außerdem Ausgangspunkt für Fährverbindungen innerhalb der Bucht und zu anderen Inseln der Kleinen Antillen.

Jardin de Balata – die Blumeninsel in ihrer schönsten Form

Nur wenige Kilometer von Fort-de-France entfernt liegt mit dem Jardin de Balata einer der bekanntesten tropischen Gärten der Karibik.

Zwischen Palmen, Bromelien, Helikonien und zahlreichen tropischen Blüten führen Wege durch eine üppige Gartenlandschaft. Gerade hier wird unmittelbar verständlich, woher Martinique seinen Beinamen „Blumeninsel“ hat.

Der Garten ist dabei nicht nur etwas für ausgesprochene Pflanzenliebhaber. Die Kombination aus tropischer Vegetation, Architektur und Ausblicken auf die Berglandschaft macht ihn zu einem der lohnendsten Ausflugsziele der Insel.

Der Norden – Regenwald und Montagne Pelée

Nördlich von Fort-de-France verändert sich Martinique deutlich. Die Landschaft wird bergiger, feuchter und immer grüner.

Über allem erhebt sich die Montagne Pelée, mit knapp 1.400 Metern der höchste Berg der Insel und ein weiterhin aktiver Vulkan. Wanderwege erschließen die Berglandschaft, wobei Wetter und Sicht in den höheren Lagen schnell wechseln können.

Der Norden ist besonders für Naturfreunde und Wanderer interessant. Tropische Wälder, Flüsse und üppige Vegetation bestimmen hier das Bild stärker als klassische Badeorte.

Auch die Küste unterscheidet sich vom Süden. Vulkanischer Ursprung sorgt vielerorts für dunklere Strände und eine dramatischere Landschaft.

Saint-Pierre – die Stadt unter dem Vulkan

Am Fuß der Montagne Pelée liegt Saint-Pierre.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Stadt wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Martiniques und wurde aufgrund ihrer Bedeutung gelegentlich als „Paris der Karibik“ bezeichnet.

Am 8. Mai 1902 änderte sich alles. Der Ausbruch der Montagne Pelée zerstörte Saint-Pierre innerhalb kürzester Zeit nahezu vollständig und forderte Zehntausende Menschenleben.

Heute erinnern Ruinen und Museen an die Katastrophe. Gleichzeitig ist Saint-Pierre wieder eine lebendige kleine Küstenstadt.

Die Kombination aus Vulkanlandschaft, Geschichte und Meer macht den Ort zu einem der interessantesten Ziele im Norden Martiniques.

Die Route de la Trace – durch den tropischen Norden

Eine der landschaftlich schönsten Möglichkeiten, den Norden kennenzulernen, ist die Route de la Trace.

Die Straße führt von der Umgebung Fort-de-Frances in die Berg- und Regenwaldlandschaft des Inselinneren. Dichte Vegetation, Farne und tropische Pflanzen begleiten die Strecke.

Sie verbindet mehrere Naturziele miteinander und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Gerade für Besucher, die Martinique bislang hauptsächlich mit Stränden verbinden, zeigt diese Region eine völlig andere Seite der Insel.

Der Süden – Strände, Buchten und Ferienorte

Der Süden Martiniques ist trockener und stärker touristisch geprägt.

Rund um Les Trois-Îlets, Sainte-Anne, Le Diamant und Le Marin finden sich zahlreiche Strände, Restaurants, kleinere Hotels und Ferienunterkünfte.

Zu den bekanntesten Strandlandschaften gehört die Grande Anse des Salines bei Sainte-Anne. Heller Sand, Palmen und türkisfarbenes Wasser entsprechen hier ziemlich genau dem klassischen Bild eines Karibikstrandes.

Allerdings lohnt es sich auch im Süden, die bekannten Strände zu verlassen. Kleine Buchten und Küstenorte vermitteln ein wesentlich abwechslungsreicheres Bild.

Le Diamant – Felsen mit Geschichte

Vor der Südwestküste erhebt sich der markante Rocher du Diamant aus dem Meer.

Der fast 180 Meter hohe Felsen ist nicht nur ein landschaftliches Wahrzeichen Martiniques, sondern besitzt eine ungewöhnliche Geschichte: Während der napoleonischen Kriege besetzten britische Truppen den Felsen und führten ihn zeitweise sogar als Kriegsschiff der Royal Navy.

Heute ist der Diamond Rock vor allem Fotomotiv und ein bekanntes Tauchgebiet. Von verschiedenen Punkten entlang der Küste bietet sich ein hervorragender Blick auf den Felsen.

Les Trois-Îlets – Urlaubsort mit Geschichte

Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht von Fort-de-France liegt Les Trois-Îlets.

Die Region gehört zu den bekanntesten Feriengebieten Martiniques. Hotels, Restaurants, Marina und Strände machen sie zu einem guten Standort für Reisende, die touristische Infrastruktur mit Ausflügen über die Insel verbinden möchten.

Gleichzeitig ist Trois-Îlets historisch interessant: In der Umgebung wurde Joséphine de Beauharnais, die spätere Ehefrau Napoleons und Kaiserin der Franzosen, geboren.

Über die Bucht bestehen Bootsverbindungen nach Fort-de-France – eine praktische Alternative zur Fahrt mit dem Auto.

Le Marin – Segelzentrum der südlichen Karibik

Le Marin besitzt eine der größten Marinas der Region und ist ein bedeutendes Zentrum für Segler.

Von hier starten Charteryachten und Segelreisen durch die Kleinen Antillen. Die geschützte Bucht bietet dafür ideale Voraussetzungen.

Wer sich für Segeln interessiert oder eine Reise mit einem Törn verbinden möchte, findet hier einen der wichtigsten Ausgangspunkte der französischen Karibik.

Martinique eignet sich dadurch nicht nur als einzelnes Reiseziel, sondern auch als Basis für Reisen durch die südlichen Kleinen Antillen.

Strände – von weißem Sand bis Vulkanschwarz

Martiniques vulkanische Entstehung sorgt für ungewöhnlich unterschiedliche Küsten.

Im Süden dominieren häufig hellere Sandstrände und geschützte Buchten. Im Norden finden sich dagegen dunkle bis schwarze Vulkanstrände vor grünen Berghängen.

Zu den bekanntesten Stränden gehören neben der Grande Anse des Salines auch Anse Dufour, Anse Noire und Grande Anse d’Arlet.

Gerade diese Vielfalt macht Martinique interessant. Wer ein Auto mietet, kann innerhalb relativ kurzer Entfernungen völlig unterschiedliche Küstenlandschaften erleben.

Rhum Agricole – eine Spezialität Martiniques

Rum gehört zur Karibik. Rhum Agricole aus Martinique besitzt jedoch eine besondere Stellung.

Im Unterschied zu vielen klassischen Rumsorten, die aus Melasse hergestellt werden, entsteht Rhum Agricole aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft. Dadurch entwickelt er ein eigenes, häufig frisches und pflanzliches Aromaprofil.

Martinique besitzt außerdem etwas, das in der Rumwelt außergewöhnlich ist: Rhum Agricole Martinique trägt eine französische Appellation d’Origine Contrôlée (AOC). Herkunft, verwendetes Zuckerrohr und Herstellungsverfahren unterliegen damit festgelegten Regeln.

Auf der Insel gibt es mehrere traditionsreiche Destillerien. Zu den bekannten Namen gehören Clément, Depaz, Neisson, Saint James, J.M und La Mauny.

Zuckerrohrfelder, historische Habitations, Destillerien und Verkostungen machen die Rumkultur zu einem wichtigen Bestandteil einer Martinique-Reise.

Ti‘ Punch – klein, aber typisch

Wer Rhum Agricole sagt, kommt am Ti‘ Punch kaum vorbei.

Traditionell besteht er aus weißem Rhum Agricole, Limette und Zucker beziehungsweise Zuckerrohrsirup. Anders als viele tropische Cocktails wird er nicht mit Fruchtsäften aufgefüllt.

Der Ti‘ Punch gehört zur französisch-karibischen Ess- und Trinkkultur und ist auf Martinique allgegenwärtig. Er zeigt zugleich sehr schön, wie eng französische und kreolische Einflüsse auf der Insel miteinander verbunden sind.

Kreolische Küche mit französischem Einfluss

Auch kulinarisch treffen auf Martinique mehrere Welten aufeinander.

Französische Kochtradition verbindet sich mit afrikanischen, kreolischen und karibischen Einflüssen. Fisch und Meeresfrüchte spielen ebenso eine Rolle wie Kochbananen, Maniok, tropische Früchte und Gewürze.

Typisch sind beispielsweise Accras de Morue, kleine frittierte Kabeljaukrapfen, sowie Colombo, ein kreolisch gewürztes Gericht, dessen Gewürzmischung an Curry erinnert.

Dazu kommen Bäckereien, französische Produkte und eine Restaurantkultur, die Martinique kulinarisch deutlich von vielen anderen Karibikdestinationen unterscheidet.

Tauchen, Schnorcheln und Sportfischen

Die unterschiedlichen Küstenlandschaften setzen sich unter Wasser fort.

Korallen, Felsformationen und Wracks bieten interessante Tauchgebiete. Rund um Saint-Pierre liegen beispielsweise mehrere Schiffswracks, die mit dem Vulkanausbruch von 1902 verbunden sind.

Auch im Süden gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Tauchen und Schnorcheln.

Für Sportfischer bieten die tieferen Gewässer rund um Martinique unter anderem Möglichkeiten auf Marlin, Thunfisch und Mahi-Mahi.

Wandern – Martinique zu Fuß entdecken

Martinique ist eine der Karibikinseln, bei denen Wanderschuhe tatsächlich ins Gepäck gehören.

Neben der Montagne Pelée führen zahlreiche Wege durch Regenwald, Küstenlandschaften und hügeliges Gelände.

Die französische Infrastruktur macht viele Ausgangspunkte vergleichsweise gut erreichbar. Trotzdem sollte das tropische Klima nicht unterschätzt werden. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Niederschläge können auch kürzere Touren anspruchsvoll machen.

Wer nicht gleich auf einen Vulkan steigen möchte, findet zahlreiche leichtere Wanderungen und Spazierwege.

Frankreich und trotzdem Karibik

Politisch ist Martinique eindeutig: Die Insel ist ein französisches Überseegebiet und Teil der Europäischen Union.

Bezahlt wird mit dem Euro, französische Gesetze gelten, und französische Infrastruktur ist vielerorts sichtbar.

Kulturell ist die Situation wesentlich vielschichtiger. Neben Französisch spielt Martinique-Kreolisch eine wichtige Rolle. Musik, Küche, Feste und gesellschaftliche Traditionen spiegeln afrikanische, europäische und karibische Einflüsse wider.

Genau diese Mischung gehört zu den größten Reizen Martiniques.

Inselhopping – mit der Fähre durch die Kleinen Antillen

Eine Besonderheit Martiniques ist seine Lage innerhalb der Inselkette.

Von Fort-de-France bestehen Fährverbindungen unter anderem nach Dominica, Guadeloupe und St. Lucia. Damit lassen sich mehrere sehr unterschiedliche Karibikdestinationen miteinander kombinieren, ohne für jede Etappe ein Flugzeug zu benötigen.

Gerade die Verbindung Martinique – Dominica – Guadeloupe ist reizvoll: französische Karibik auf beiden Seiten und dazwischen das englischsprachige, ausgesprochen naturbelassene Dominica.

In südlicher Richtung bietet St. Lucia wiederum eine völlig andere Landschaft und Kultur.

Für Reisende mit etwas mehr Zeit ist Martinique deshalb ein hervorragender Ausgangspunkt für Inselhopping in den Kleinen Antillen.

Anreise

Der internationale Flughafen Martinique Aimé Césaire liegt bei Fort-de-France.

Die wichtigsten Langstreckenverbindungen führen nach Frankreich. Für Reisende aus Deutschland ist deshalb häufig eine Verbindung über Paris sinnvoll.

Dabei sollte man bei der Flugplanung darauf achten, welcher Pariser Flughafen genutzt wird. Ein notwendiger Flughafenwechsel kann eine ansonsten attraktive Verbindung deutlich unbequemer machen.

Innerhalb der Karibik bestehen zusätzliche Flugverbindungen zu verschiedenen Nachbarinseln.

Unterwegs auf Martinique

Für die individuelle Erkundung der Insel ist ein Mietwagen ausgesprochen sinnvoll.

Das Straßennetz ist für karibische Verhältnisse gut ausgebaut. Rund um Fort-de-France kann der Verkehr allerdings insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten dicht werden.

Auf Martinique herrscht Rechtsverkehr.

Wer hauptsächlich in Trois-Îlets wohnt und Fort-de-France besuchen möchte, kann für diese Strecke auch die Bootsverbindungen über die Bucht nutzen.

Klima und beste Reisezeit

Martinique besitzt tropisches Klima mit ganzjährig warmen Temperaturen.

Die trockenere Zeit zwischen ungefähr Dezember und April eignet sich besonders für Rundreisen, Strandurlaub und Wanderungen.

Der Norden ist aufgrund seiner Berge und der üppigen Vegetation grundsätzlich feuchter als viele Bereiche des Südens.

Martinique liegt innerhalb der atlantischen Hurrikanregion. Während der Hurrikansaison sollte deshalb die aktuelle Wetterentwicklung berücksichtigt werden.

Für wen eignet sich Martinique?

Martinique ist besonders interessant für Reisende, die mehr als einen klassischen Strandurlaub suchen.

Der Norden eignet sich für Naturfreunde, Wanderer und Besucher, die Vulkanlandschaften, Regenwald und tropische Vegetation erleben möchten.

Der Süden bietet Strände, Buchten, Restaurants und eine ausgeprägtere touristische Infrastruktur.

Fort-de-France und Trois-Îlets verbinden Kultur, französisches Lebensgefühl und gute Ausgangsmöglichkeiten für Ausflüge.

Genießer finden mit Rhum Agricole, kreolischer Küche und französischen Einflüssen ein ungewöhnlich vielseitiges kulinarisches Angebot.

Wer mehrere Inseln kennenlernen möchte, bekommt mit den Fährverbindungen nach Dominica, Guadeloupe und St. Lucia einen zusätzlichen Grund, Martinique in eine längere Karibikreise einzubauen.

Gerade die Kombination aus tropischen Gärten, Natur, guter Infrastruktur, französischer Lebensart, Genuss und individueller Mobilität macht Martinique zu einer besonders vielseitigen Karibikdestination.

Martinique – Inselimpressionen

Martinique – Impressionen mit Fort-de-France, Traumstränden, Montagne Pelée, Wasserfall, kreolischer Architektur, Tauchen, Golf und Ti’ Punch.

Aktuelles aus Martinique