Colombo – wie der Geschmack Asiens in die Karibik kam

Wenn man Colombo als die karibische Variante des Curry bezeichnen würde, wäre es zu einfach. Was hinter dieser karibischen Gewürzmischung steckt, wie sie in die Karibik kam und warum sie in der Karibik so beliebt ist, erfahren sie in diesem Beitrag.

Mit Kontrakt-Arbeitern aus Indien und dem damaligen Ceylon in die Karibik

Unter der Kolonialherrschaft versorgte die indische Bevölkerung das britische Empire mit billigen und mobilen Arbeitskräften. Viele Inder erklärten sich bereit, Kontrakt-Arbeiter sogenannte „Indentured Worker“ zu werden, um der weit verbreiteten Armut und Hungersnot im 19. Jahrhundert zu entkommen. Einige reisten alleine, andere brachten ihre Familien mit, um sich in den Kolonien niederzulassen, in denen sie arbeiteten. Die Nachfrage nach indischen Arbeitern stieg nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1834 dramatisch an. Sie wurden, manchmal in großer Zahl, in Plantagenkolonien geschickt, die hochwertige Pflanzen wie Zucker in Afrika und der Karibik produzierten. Insofern gelangten eine Menge solcher Arbeiter in den britisch dominierten Teil der Karibik – insbesondere Jamaika, Trinidad & Tobago, Grenada und St. Kitts.

Durch Migration gelangten die Kontraktarbeiter später insbesondere von Trinidad aus auch auf die Plantagen der französischen Karibikinseln Guadeloupe und Martinique.

Was ist Colombo?

Mit den Arbeitern kamen auch deren Essensgewohnheiten mit auf die Inseln. Die karibische Variante des Curry besteht meist aus Kurkuma, Koriandersamen, Cumin, weißen Mohnsamen, braunen Senfsamen, Nelken, schwarzem Pfeffer, Pimentkörnern, Kurkuma und gemahlenem Ingwer.  Colombo ähnelt dem indischen Garam Masala. Da es aber kein Chili enthält, ist es deutlich milder als die meisten indischen Curry-Varianten. Anstatt Kardamom, Macis und Zimt  verwendet man Pimentkörner, die Colombo auch geschmacklich weniger intensiv wie sein indisches Pendant machen.

Colombo zaubert jede Menge Geschmack in  karibische Gerichte

Ein „Colombo“ ist meist ein Topfgericht aus Fleisch, Fisch oder Gemüse. Besonders beliebt ist die Gewürzmischung in Jamaika, Trinidad und im französisch geprägten Teil der Karibik und wurde ursprünglich vor allem für Fleischgerichte aus Ziege verwendet. Eine besondere Rolle spielt die Gewürzmischung in der überwiegend vegetarischen Küche der Rastafari auf Jamaika. Die Gewürzmischung verleiht auch eher fadem Fleisch und Gemüse einen würzig intensiven Geschmack und schmackhafte, sämige Saucen.

Nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund!

Die Zutaten der Colombo-Gewürzmischung fördern die Verdauung und versorgen den Körper mit allerlei Gutem. Kurkuma enthält Curcumin. Das pflanzliche Protein stärkt die gesunden Zellen. Außerdem wirkt Curcumin entzündungshemmend, hilft bei der Blutreinigung und reguliert den Stoffwechsel. Koriandersamen lindern unter anderem Verdauungsbeschwerden. Senfkörner sind gut gegen Viren und Bakterien und regen die Verdauung und die Magensaftproduktion an. Piment wurde schon von den Azteken zur Linderung von Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. Es regt die Verdauung an und hilft gegen Blähungen. Bei Nervosität und Stress soll es beruhigend wirken. Cumin oder Kreuzkümmel stärkt das Immunsystem und hilft bei Verdauungsstörungen. Schwarzer Pfeffer kurbelt die Fettverbrennung an. Das Piperin im Pfeffer ist zudem gut gegen Bakterien. Ingwer ist reich an Vitamin C und enthält darüber hinaus Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Es wirkt antibakteriell und fördert Verdauung, Magensaft-, Speichel- und fördert Gallenfunktion.

Mit Colombo ganz einfach karibisch kochen

HÜHNCHEN-ANANAS-SPIESSE „TRINIDAD STYLE“

für 4 Personen. Zubereitung ca. 30 Minuten

4 Hühnerbrustfilets
1/2 Ananas, geschält, vom Strunk befreit und in 2-3 cm große
Würfel geschnitten.
125 ml Naturjoghurt 
3-4 EL Pflanzenöl
2-3 EL Colombo-Gewürz
8 Schaschlik-Spieße aus Metall oder Holz

Den Joghurt, das Pflanzenöl und das Colombopulver gut vermengen. Die Hühnerbrust- und Ananasstücke auf die Spieße stecke und mit einem Löffel die Joghurt-Marinade auftragen und mindestens 2 Stunden, besser einen Tag im Kühlschrank marinieren lassen.

Die Spieße in einer normalen oder Grillpfanne mit wenig Pflanzenöl auf beiden Seiten 2-3 Minuten anbraten. Auf dem Grill genügen 1-2 Minuten.

Dazu passt Baguette, Kokosreis oder ein frischer Salat.

Guten Appetit 

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