Ukraine-Russland Konflikt – Jamaika bangt um seine Aluminiumhütte

In Anbetracht der Situation in Europa überlegt die jamaikanische Regierung, was mit der Bauxit-/Aluminiumoxid-Anlage von Windalco in Ewarton im Distrikt  St. Catherine geschehen soll. Die russische Windalco (West Indies Alumina Companie) verarbeitet die in der Region geförderte Tonerde, die dann in Russland weiterverarbeitet wird. 

Jamaika besaß bis 2014 einen 7 % Anteil an Windalco, denn es jedoch zu Ausgleich von Verpflichtungen an das Unternehmen UC Rusal des russischen Oligarchen Oleg Deripaska abgegeben hatte. Die Karibikinsel hat im Jahr 2020 mit Russland Handel im Wert von 68 Millionen US-Dollar und im Zeitraum Januar bis Oktober 2021 im Wert von 45 Millionen US-Dollar getätigt, wovon der größte Teil auf den Export von Bauxit und Aluminiumoxid entfällt. Windalco erzeugte im Jahr 2021 448.000 Tonnen Aluminiumoxid und 1,86 Millionen Tonnen Bauxit. Das Unternehmen produziert Aluminium in der weltweit effizientesten Anlage, die mit erneuerbarer Wasserkraft betrieben wird.

Es wird bereits spekuliert, dass Jamaika das Werk übernehmen könnte. Bereits in den 80er Jahren musste die Regierung 50% der Anteile von Alcoa übernehmen, die damals mit der Schließung der Fabrik drohte. 

„Die Bergbau- und Mineralabteilung des Ministeriums beobachtet die Situation und trifft Notfallmaßnahmen. Sie erwägen alle Möglichkeiten. Aber die Eigentümerschaft von Windalco hat sich nicht geändert“, sagte der Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Nyoka Linton. „Wie wir vorankommen, hängt davon ab, wie sich die Dinge entwickeln und wie die Stakeholder betroffen sind. Wir wägen alle Vor- und Nachteile ab, um zu sehen, wie wir im besten Interesse Jamaikas vorankommen können“, sagte sie.

Originalbeitrag gekürzt: Jamaican Gleaner

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