Neue Käfer in der niederländischen Karibik entdeckt

Zwei kürzlich veröffentlichte Studien dokumentieren 35 neue Käferarten für die Inseln Saba und St. Eustatius. Selbst mit diesen neuesten Ergänzungen wird geschätzt, dass fast drei Viertel der Käferpopulation noch unbekannt sind. 

Käfer gehören zu den kleinsten Bewohnern der niederländischen Karibik, spielen aber eine entscheidende Rolle für die Umwelt. Sie wirken als winzige Zersetzer und sind entscheidend für die Wiederverwertung von Nährstoffen aus abgestorbenen Blättern und natürlichen Abfällen in den Boden. Als Raubtiere können sie dazu beitragen, Insektenpopulationen in Schach zu halten, insbesondere Schädlinge wie Raupen und Blattläuse, die Ernten schädigen können. Darüber hinaus stellen Käfer mit über 350.000 Arten weltweit ein Fünftel aller lebenden Organismen auf der Welt und fast 40 % der beschriebenen Insekten dar.

Leider gibt es noch vieles, was die Forscher über die Käferpopulationen der nördlichen Leeward-Inseln nicht wissen. Dies wird als „taxonomisches Hindernis“ bezeichnet und ist auf die Lücke zwischen dem lokalen taxonomischen Wissen und einem Mangel an ausgebildeten Taxonomen in der Region zurückzuführen. Tatsächlich wurde geschätzt, dass bis heute nur etwa 10-20 % der bekannten Käferarten der Inseln richtig identifiziert wurden.

Zwei neue Studien arbeiteten daran, diese Lücke für die Inseln Saba und St. Eustatius zu schließen. Zwischen 2008 und 2020 besuchten drei Forscher Saba und erfassten insgesamt 22 verschiedene Käferarten. Davon waren 14 neu in Saba oder bestätigten zuvor vorläufige Aufzeichnungen und vier waren neu auf den Niederländischen Antillen. Mit dieser neuen Studie liegt die Gesamtzahl der auf Saba erfassten Käferarten nun bei etwa 100.

Im Jahr 2020 konnte ein Forscher auf St. Eustatius 46 Käferarten sammeln, von denen 21 neu auf der Insel waren, darunter 15, die neu auf den Niederländischen Antillen waren. Zusammen mit früheren Aufzeichnungen erhöht dies nun die Gesamtzahl der bekannten Käferarten für die Insel auf 117, was nach Ansicht der Forscher etwa einem Viertel der erwarteten Artenzahl entspricht.

Quelle: Saba News

Foto: Der Rüsselkäfer Trichobaris bridwelli, Oranjestad, St. Eustatius. (Bildnachweis: Jan-Joost Mekkes – alle Rechte vorbehalten)

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