Mit Schildkrötentracker auf der Spur der „Verlorenen Jahre“

Die Schildkröten wurden im Zentrum aufgezogen bis sie groß genug waren, um mit günstigen Überlebenschancen freigelassen zu werden.
Die Micro-Tags wurden von Lotek Wireless in Zusammenarbeit mit Upwell entworfen.
Die Schildkröten wurden außerdem mit Titan-Flossen und PIT-Tags (Passive Integrated Transponder) markiert, damit sie identifiziert werden können, wenn sie in Zukunft angetroffen werden.
... und ab in die Freiheit!
Bon Voyage Schildkröte!
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Dreißig junge grüne, mit Ortungsgeräten versehene Meeresschildkröten wurden im Rahmen von Forschungs- und Schutzbemühungen in den Gewässern vor Grand Cayman ausgesetzt. 

Laut einer Pressemitteilung des Cayman Turtle Conservation and Education Center (CTCEC) und der gemeinnützige Schildkrötenschutzorganisation Upwell wurden Tracker an den Schildkröten angebracht, um „Rätsel über ihr Leben zu lösen und die Bemühungen zur Rettung der gefährdeten Arten zu verstärken“.  Laut der Organisation wurden Meeresschildkröten bereits umfänglich untersucht, wenn sie schlüpfen und Jahre später an diese Strände zurückkehren, um zu brüten. „Aber die Zeit dazwischen, wenn sich die jungen Schildkröten im offenen Meer entwickeln, bleibt ein Rätsel. Diese Phase der Lebensgeschichte wird oft als die ‚verlorenen Jahre‘ bezeichnet“.

Verschiedene Aspekte wie hohe Wassertiefen und die riesigen Verbreitungsgebiete der Schildkröten sind eine Herausforderung für die Beobachtung. Bisherige Forschungen stützen sich auf Techniken wie Driftsimulationen, Mark-and-Recapture-Studien und visuelle Beobachtungen, was zu widersprüchlichen Theorien über das Leben von Meeresschildkröten führte. Es ist erwiesen, dass Meeresschildkröten das Magnetfeld der Erde zur Navigation nutzen, aber die Mechanismen, die dieser Navigation und altersabhängigen Verhaltensänderungen zugrunde liegen, sind kaum bekannt.

Gemäß Schätzungen soll die Populationen der Grünen Meeresschildkröte in der Karibik vor der Ankunft Kolumbus zwischen 33 bis 39 Millionen Exemplare gelegen haben. Historisch gesehen gelten die Kaimaninseln als das wichtigste Brut- und Nistgebiet in der Karibik. Heute ist diese Brutpopulation auf etwa 100 Weibchen reduziert und die Rote Liste der IUCN listet die Suppenschildkröte auf den Kaimaninseln als „regional ausgestorben“.

Das erklärte Ziel dieser Forschung ist es, „zu untersuchen, wie Variablen wie Alter und Größe die Wahrscheinlichkeit beeinflussen können, dass Schildkröten auf die besten Nahrungshabitate treffen“. Meeresströmungen und andere Umweltvariablen sollen die Ausbreitung, Bewegung und das Verhalten von Meeresschildkröten beeinflussen. „Wir gehen davon aus, dass jüngere Jungfische Lebensräume im offenen Ozean nutzen und ältere Jungfische mehr Zeit auf dem Meeresboden verbringen werden“, sagte Nicole Barbour, Upwell-Forscherin und Doktorandin an der University of Maryland. „Dieses Projekt ist eine Gelegenheit, das zu bestätigen, worüber bisher nur spekuliert wurde.“

CTCEC hat bisher mehr als 34.000 Schildkröten wieder in die Gewässer rund um die Kaimaninseln ausgesetzt.

Originalbeitrag und Fotos: Cayman Compass und Adobe Stock

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