Kuba gehört zu den Inseln mit der höchsten Anzahl an Pflanzenarten.

Kuba gehört zu den Inselgebieten der Welt mit der höchsten Anzahl an Pflanzenarten pro Quadratkilometer. Laut der Aktualisierung der Roten Liste der Flora Kubas wurden im September 2021 insgesamt 22 ausgestorbene Arten gemeldet, 4 regional ausgestorbene, 772 vom Aussterben bedrohte, 512 stark gefährdete, 396 gefährdete und 518 bedrohte Arten. Unter der Leitung des Instituts für Ökologie und Systematik (IES), des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (Citma) und unter Mitwirkung von mehr als 70 Fachleuten aus rund dreißig in- und ausländischen Institutionen wurde die Aktualisierung der Roten Liste der Flora von Kuba trotz Covid19 realisiert.

Laut der Wissenschaftlerin Lisbet González vom IES und Vizepräsident der Cuban Botanical Society, übersteigt die Gesamtzahl der kategorisierten Pflanzen 4.800 Arten, die 80,5% der bekannten kubanischen Flora ausmachen. „Von den analysierten Arten weisen 46% einige der Bedrohungskategorien auf und 26% gelten regional als ausgestorben…“ Als Hauptursachen für das Aussterben gilt die landwirtschaftliche Tätigkeit, der illegale Holzeinschlag und der Tagebau. Ebenso seien mehr als 300 Arten von der Veränderung ihrer Lebensräume in städtischen oder touristischen Gebieten betroffen und bei weiteren 500 seien sie auf negative Interaktionen mit invasiven, gebietsfremden Arten zurückzuführen, die nach wie vor die zweitwichtigste Bedrohung für Pflanzenarten darstellen. Auch die Auswirkungen des Klimawandels seien aufgrund eines besseren Verständnisses dieses globalen Erwärmungsprozesses in den letzten Jahren zu einem Risiko geworden, das an Bedeutung gewonnen habe, so der Experte.

Alejandro Palmarola Bejerano, Forscher am JBN und Präsident der Cuban Botanical Society, wies auf eine Reihe von Naturschutzmaßnahmen für Arten und Ökosysteme hin. Dazu zählten die zahlreichen Projekte zum Schutz der kubanischen Bäume, die 12% derr gesamten Flora ausmachten. Die Arbeit zur Erhöhung des Baumbestandes sei allerdings sehr langfristig und erfordere ein hohes Maß an Geduld und Ausdauer. Er betonte, dass der kubanische Archipel eine einzigartige Flora mit geschätzten 6.500 Arten aufweist, was ihn zu einem der Inselgebiete mit der höchsten Anzahl von Pflanzenarten pro Quadratkilometer macht. Ebenso seien etwa 53% davon exklusiv nur in Kuba zu finden, die den Archipel zu den sieben Inseln mit dem höchsten Anteil an Endemismus auf dem Planeten macht.

In seinem Interview mit der Granma warnte der Forscher, dass viele einheimische Arten immer noch unter dem Druck des illegalen Sammelns und Handels leiden, was insbesondere Kakteen, Orchideen und bestimmte Holzarten betrifft. Von den 33 kubanischen Kakteenarten seien beispielsweise 15 aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens außerhalb unserer Grenzen ständig bedroht, sagte er. «Dasselbe passiere bei Orchideen, hauptsächlich solchen der Gattung Encyclia. Unvorstellbar, dass es internationale Online-Shops gibt, in denen kubanische Orchideen skrupellos kommerzialisiert werden».

Kuba ist Mitglied des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen und auf nationaler Ebene regelt die Resolution 160 von 2011 von Citma die Kontrolle und den Schutz von Arten, die für die biologische Vielfalt des Landes von Bedeutung sind.

Quelle: Granma

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