Ökonomin warnt vor Zahlungsausfällen in der Karibik

Warnung vor Zahlungsausfällen in der Karibik – Regionale Ökonomin prognostiziert, dass die Bahamas und Trinidad und Tobago wahrscheinlich ihre Schulden nicht mehr bedienen können.

Die regionale Ökonomin Marla Dhukanan prognostizierte, dass die Bahamas und Trinidad und Tobago als die nächsten beiden karibischen Länder, die ihre Staatsschulden nicht mehr bedienen werden können und dies weitreichenden Auswirkungen auf ihre Wirtschaft, Bevölkerung und Gläubiger haben werde. Dukharan, die Chefökonomin des auf Barbados ansässigen Fintech-Unternehmens Bitt Inc., warnt davor, dass lange Phasen der wirtschaftspolitischen Untätigkeit mehrerer, aufeinanderfolgender Regierungen und die Auswirkungen der anhaltenden COVID-19-Pandemie die Aussichten auf wirtschaftliche Stabilität und Nachhaltigkeit in diesen Ländern verringern würde. Nachdem bereits Barbados und Suriname ihre Zahlungsunfähigkeit erklären mussten und die Hilfe des IWF in Anspruch nehmen mussten, werden die Bahamas wahrscheinlich bald folgen. 

Sie befürchtet Gleiches auch für Trinidad & Tobago. Das Land hätte schon in den 10 Jahren vor der Pandemie im Durchschnitt kein Wirtschaftswachstum mehr gehabt. Seit 2014 würden die Devisenreserven massiv schrumpfen, während immer mehr Geld ausgegeben und neue Kredite aufgenommen werde, nur um bestehende Schulden zu bedienen. Die Quote der Erwerbstätigen im Land ginge offensichtlich weiter zurück. Gleichzeitig behauptete sie, die Armutsrate in Trinidad habe 2017 25 Prozent erreicht aber es gebe keine klaren Maßnahmen, das Problem anzugehen. Die Ökonomin warf den letzten, aufeinanderfolgenden Regierungen von Trinidad & Tobago vor, ein prozyklisches Muster der Staatsausgaben verfolgt zu haben. Anstatt in wirtschaftlich starken Perioden Geld zurück zu legen, wurde es ausgegeben.

„Was wir brauchen, ist eine antizyklische Fiskalpolitik, damit wir in einer Krise genug Geld gespart hätten, damit Sie die Lücke schließen und weiterhin wie gewohnt für bestimmte Projekte ausgeben können“, empfahl Dukharan. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel der Cayman Islands, wo die Währung zwischenzeitlich mehr wert ist als der US-Dollar. Dukharan sagt, das Wesen des wirtschaftlichen Erfolgs auf Cayman sei ihre Haushaltsdisziplin gewesen, da sie selbst inmitten der COVID-19-Pandemie einen Haushaltsüberschuss erzielt haben, bei dem die Steuereinnahmen die Staatsausgaben übersteigen. Als weiteres positives Beispiel führte Dukharan Jamaika an. Das Land befände sich nach dem Ausstieg aus seinem IWF-Programm im Jahr 2019 nun auf einem positiven Wachstumspfad, der durch umfassende Reformen der letzten zehn Jahre sowie zwei inländische Schuldenrestrukturierungen angetrieben werde.

Barbados, so stellte sie fest, musste 2018 die Hilfe des IWF in Anspruch nehmen. Die Karibikinsel erleide zwar aktuell einen tiefen wirtschaftlichen Einbruch, befände sich jedoch auf einem positiven wirtschaftlichen Weg. Suriname, habe als letztes den wirtschaftlichen Zahlungsausfall erklärt und sei in Gesprächen mit dem IWF.

Dukhanan erinnerte daran, dass In der Zeit vor der Pandemie die Dominikanische Republik die am schnellsten wachsende regionale Wirtschaft hatte. Diesen Spitzenplatz übernahm danach Guyana mit seinem neu entdeckten Ölreserven. Prognostiziert wurde für Guyana ein Wirtschaftswachstum von mehr als 80 Prozent. Tatsächlich waren es zwar nur 40 % aber im globalen Maßstab immer noch Rekord und angesichts der Pandemie beachtlich. 

Originalbeitrag: Jamaican Gleaner,  Neville Graham

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