Zur Lage in St. Vincent nach dem Vulkanausbruch

Nach Einschätzungen des Finanzministers Camillo Gonsalves könnte der anhaltende Vulkanausbruch in St. Vincent und die Grenadinen die ostkaribische Insel bis zu 50% ihres Bruttoinlandsprodukts kosten und die Regierung zurück auf den Schuldenmarkt zwingen. Der Vulkan La Soufriere, der die Nordspitze von St. Vincent dominiert, brach am 9. April aus. Rund 20.000 Menschen – oder etwa 18% der Gesamtbevölkerung – wurden zwischen Aschefall und pyroklastischen Lavaströmen evakuiert.

Ein Großteil der Zerstörung hat sich auf den landwirtschaftlichen Gürtel konzentriert – dies in einem Land, in dem die Landwirtschaft etwa 15% der Wirtschaft ausmacht und einer der größten Arbeitgeber ist. Nach vorläufigen Schätzungen verloren die dem Vulkan am nächsten gelegenen Gebiete 100% ihrer Gemüsekulturen, 90% ihrer Baumkulturen – wie Brotfrüchte und Mangos – und 80% ihrer Wurzelkulturen.

Gonsalves schätzt, dass der Vulkan Infrastrukturschäden in Höhe von 150 Millionen US-Dollar und Verluste in den Bereichen Landwirtschaft und Wohnen in Höhe von weiteren 150 Millionen US-Dollar verursacht hat. Darüber hinaus werden 20 bis 30 Millionen US-Dollar für die Säuberung der Inseln und etwa 15 Millionen US-Dollar pro Monat für die Ernährung und Unterbringung von Evakuierten benötigt. Der Ausbruch kommt, als die Wirtschaft bereits von der Covid-19-Pandemie heimgesucht wurde und die Verschuldung der Zentralregierung gegenüber dem BIP bei 81% liegt – dem dritthöchsten Wert in der östlichen Karibik.

Die Berechnung wird dadurch erschwert, dass der Vulkan gefährlich aktiv bleibt. Das letzte Mal, als der La Soufriere 1979 ausbrach, dauerte die Aktivität vier Monate. Zuvor, 1902, dauerte der Ausbruch ein Jahr.

Flughafen wird am 24. April wieder eröffnet

Der Argyle International Airport (AIA) hat nach umfangreichen Aktivitäten zur Reinigung des Flugplatzes bekannt gegeben, den vollständige Betrieb ab Samstag, dem 24. April 2021 wieder aufnehmen zu können. Allerdings müssten die Reinigungsarbeiten kontinuierlich fortgesetzt werden, da die Asche in der Atmosphäre verbleibt und sich kontinuierlich auf dem Gelände ablagert. Das Frachtterminal ist bereits ab dem 23. April 2021 wieder in den normalen Betrieb zurückgekehrt.

Fütterungsstationen für Vögel, einschließlich der ohnehin stark bedrohten St. Vincent Amazone eingerichtet

Die Forestry Range Officers haben zusammen mit ihren Kollegen in den Wildlife and Law Compliance and Enforcement Units eine Feldbewertung der wichtigsten Lebensräume der betroffenen Waldgebiete durchgeführt, die unter anderem der äußerst seltenen und nur auf St. Vincent vorkommenden Königsamazone ein Zuhause bieten. Die gebiete um den Vulkan beherbergen auch zahlreiche andere Pflanzen- und Tierarten. Zusammen mit der Überwachung der Situation haben sie Fütterungsstationen für Vögel einschließlich des Papageien errichtet. Die Öffentlichkeit wird ermutigt, sich an diesen Bemühungen zu beteiligen, indem sie Sichtungen von Vögeln oder anderen Tieren meldet, die aufgrund der Vulkanausbrüche extrem gestresst sind.

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