Cimarrones – die wahre Geschichte der entlaufenen Sklaven

Eigentlich sollte Sklaverei heute kein Thema mehr sein. Leider gibt es sie in der einen oder anderen Form in einigen Teilen der Welt immer noch. Die Geschichte entlaufener Sklaven beginnt mit dem Aufkommen der Sklaverei und erreichte ihren Höhepunkt mit der Verschiffung von Millionen von Sklaven von Afrika in die Karibik sowie Lateinamerika. Was verbirgt sich hinter den Cimarrones und was hat ein Getränk aus Rum, Limette und Honig mit entlaufenen Sklaven und dem Freiheitskampf der Kubaner gegen die spanische Kolonialherren zu tun? Das und mehr erfahren sie im folgenden Beitrag?

Was bedeutet „Cimarron“

Ein Cimarron ist im Spanischen eigentlich die Bezeichnung für ein entlaufenes Haustier. Schon durch diese Wortwahl kann man erkennen, welchen Stellenwert Sklaven in der damaligen Gesellschaft hatten. Sie mussten täglich mindestens 10 – 14 Stunden unter sengender Sonne Feldarbeit und danach noch in den Zuckermühlen und Plantagen andere Arbeiten verrichten.  In der Zeit der Zuckerrohrernte mussten bis zu 20 Stunden tägliche Arbeit verrichtet werden. Dafür gab es nur kärgliches Essen und keine medizinische Versorgung.

Bis zu 20 Stunden tägliche Arbeit

Sklaven, die der harten Arbeit in den Plantagen, den meist unmenschlichen Bedingungen und der Willkür der „Herren“ entgehen wollten und flohen, wurde mit fürchterlichen Strafen belegt. Im Wiederholungsfall endete die Flucht in der Regel mit öffentlicher Hinrichtung durch Folter zur Abschreckung für die anderen Sklaven. Eigens ausgebildete Suchtrupps mit dressierten Hunden verfolgten die Cimarrones und erhielten im Erfolgsfall hohe Belohnungen, die den „materiellen Wert“ der Sklaven bei weitem überstiegen. Das führte auch dazu, dass sich die Sklaven gegenseitig verrieten und deswegen das Misstrauen untereinander groß war.  Den „Herren“ ging in erster Linie darum, den Sklaven die Aussichtslosigkeit jedes Fluchtversuches zu demonstrieren.

Der tägliche Kampf ums Überleben

Selbst wenn die Flucht gelang war das Überleben durchaus nicht gesichert. Cimarrones mussten sich weitgehend von jeder Siedlung fernhalten, da auf ihre Ergreifung hohe Belohnungen ausgesetzt waren. Sie mussten sich in den dichten Urwäldern verstecken und es gab kaum Essen, Wasser und keine medizinische Versorgung bei Krankheit.  Wer es unter diesen Umständen nicht verstand, die kargen Ressourcen der Natur zu nutzen und dazu willensstark und von starker Konstitution war, hatte kaum eine Chance zu Überleben.  Trotz des damit verbundenen Risikos mussten sich die Cimarrones dennoch immer wieder in die Nähe von Siedlungen wagen, um Lebensnotwendiges zu stehlen.

CIMARRONES – Harte Kämpfer mit Erfahrung zum Überleben

Nach Schätzungen der Spanier gab es bereits zum Beginn des 17. Jahrhunderts ca. 7 Tausend entlaufenen Sklaven in den von ihnen beherrschten Gebieten der Karibik sowie Mittel- und Lateinamerikas.  Die Maroons genannten entlaufenen Sklaven auf Jamaika gründeten eigene Siedlungen, in denen sie eine eingeschworene Gemeinschaft bildeten, die nach feste Regeln lebten. In einzelnen Fällen griffen die Maroons auch spanische Siedlungen an oder ließen sich von anderen europäischer Nationen anwerben.  Auf Kuba schlossen sich viele Cimarrones im 10 jährigen Krieg den für die Unabhängigkeit von Spanien kämpfenden kubanischen Truppen an.

Canchànchara – Grundlage für das Überleben als Cimarron

Die dichten Wälder, in denen sich die entlaufenen Sklaven verstecken mussten, boten nicht wirklich viel zum Überleben. Das wichtigste war natürlich frisches Wasser am besten aus einer Quelle oder einem fließenden Gewässer. Es gab auch jede Menge wilde Bienen  und wer es verstand, sich dessen Honig zu besorgen und ihn mit frischem Quellwasser zu mischen hatte ein wesentlichen Baustein zum Überleben – Canchànchara (die Betonung liegt auf dem zweiten a). Diese Mischung aus Wasser und Honig war nicht nur Durstlöscher, sondern auch Energielieferant und entzündungshemmendes Heilmittel. Noch besser wurde der Canchànchara, wenn man noch „Tafia“ – einen sehr einfachen, aus Zuckerrohrsaft hergestellten Alkohol – sozusagen den Urvater des Rums hinzufügte. Dieser wurde aus den Abfallprodukten der Zuckerproduktion hergestellt und den Sklaven manchmal als „Belohnung“ zugeteilt.

Vom Canchánchara zum Daiquiri

Im Zehnjährigen Krieg 1868-1878 – dem ersten, zunächst noch erfolglosen Freiheitskampf der Kubaner gegen die Spanische Fremdherrschaft – führten die Revolutionäre Proviant in Form von Tonkrügen mit Rum, Honig und Zitronensaft mit sich, der gleichfalls Canchànchara genannt wurde. Im Amerikanisch-Spanischen Krieg 1898-1902, der mit der Unabhängigkeit Kubas endete, lernte der kommandierende US-General William Rufus Shafter den Canchànchara allerdings mit Zucker anstatt Honig kennen und merkte an, dass diesem Drink nur noch Eis fehlen würde. Geboren war der Daiquiri-Cocktail, der wohl beliebteste Sour der Welt, benannt nach einem Dorf, 25 km östlich von Santiago de Cuba, das damals einer der Hauptstützpunkte der US-Truppen auf Kuba war.

Canchánchara – das Original nur mit Honig

Natürlich ist der Daiquiri nicht umsonst einer der beliebtesten Cocktails der Welt. Aber der Canchànchara war vor ihm da und der Honig verleiht ihm anstatt Zucker ein ganz anderes Aroma. Wer sich nicht die Mühe machen will, extra einen Canchànchara zu mixen und trotzdem die einzigartige Geschmackskombination von Rum, Limette und Honig erleben möchte, greift auf unseren El Cimarron Rum zurück. Das ist sozusagen die Luxusvariante des alten Überlebensgetränkes der Cimarrones. Hier trifft weicher, 3 Jahre gelagerter, authentisch kubanischer Rum, auf die Frische von Bio-Limettenzeste und die einzigartige Süße von Waldhonig in der stylischen schwarzen Steingutflasche. Genießen Sie ihn pur oder auf Eis und fühlen Sie sich dabei wie ein Cimarron – frei zwar nicht mehr von Sklaverei, aber von allen gesellschaftlichen Zwängen und dem Stress der heutigen Zeit.

Die wahre Geschichte des Cimarron in einem einzigartigen Buch erleben!

Um die Cimarrones – ranken sich insbesondere auf Kuba und in der übrigen Karibik viele Legenden. Ein Grund dafür liegt in den wenigen Informationen, die es über sie gibt. Wenn Sie dier wahre, selbst erlebte und erzählte  Geschichte eines der letzten Cimarrones erleben wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch von Miguell Barnet – „Der Cimarrón“. Es beschreibt die Lebensgeschichte des entlaufenen Sklaven Esteban Montejo auf Kuba, der über 20 Jahre lang in den Wäldern überlebte und sich dann im Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier den Revolutionstruppen anschloß. Der US-Autor Graham Greene urteilte über dieses Buch „…ein solches Buch hat es noch nie gegeben, und es ist unwahrscheinlich, dass es je wieder ein Buch dieser Art geben wird….“.

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