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Pusser`s Rum – eine karibische Legende

Über 300 Jahre lang war es eine der wenigen Konstanten für einen Seemann in der Royal Navy – seine tägliche Ration Rum. Der „Daily Tot“ war eine wichtige Grundlage des maritimen Lebens. Jeden Tag gab der Zahlmeister des Schiffes – auch „Purser“ oder umganssprachlich „Pusser“ genannt – die tägliche Ration Rum an die Mannschaft aus. Diese über 300 Jahre gepflegte Tradition der Navy wurde erst am 31. Juli 1970 – dem sogenannten Black Tot Day beendet.

Die Tradition wurde abgeschafft aber der Navy Rum lebt weiter!

1979 sicherte sich Charles Tobias die Rechte an der offiziellen Rum-Misch-Formel der britischen Admiralität – und das Recht, die Insignien des White Ensign der Royal Navy auf den Flaschen des späteren „Pusser’s Rum“ zu verwenden. Der Pusser’s Rum ist ein Blend aus verschiedenen Destillaten aus Guyana, Trinidad und Barbados, die anschließend in Bourbonfässern gelagert werden. 

Was ist das Besondere an Pussers`s Rum

„Navy Rum“ ist nicht nur ein Name für dunklen Rum. Ursprünglich war es der Name einer bestimmten Rumart, die für die Admiralität in hölzernen Pot Stills anstelle der normalen Brennblasen aus Metall destilliert wurde. Die Destillation von Rum in Holz soll einen wirklich einzigartigen Geschmack erzeugen. In der Welt der Spirituosenproduktion gibt es weltweit nur noch zwei hölzerne Potstill-Destillieranlagen, die noch im Betrieb sind. Wie Single Malt Whiskys, deren ausgeprägte und reichhaltige Aromen das Produkt von Pot Stills sind, wird Pusser wie seit mehr als 200 Jahren weiterhin in denselben Holzstills in Port Mourant Guayana destilliert. Fast alle anderen Rumsorten werden heute in modernen Collumn Still aus Metall destilliert, die um die Wende des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen wurden.

Was macht die Destillation in Holz so einzigartig?

Heute werden die meisten Rums im industriellen Säulendestillationsverfahren aus Metall hergestellt, die milde, eher wenig aromatische Rums erzeugen. Rums aus der Brennblase enthalten bereits nach der Destillation schon deutlich mehr Aromen als die aus dem industriellen Verfahren. Das Holz der alten Destillieranlagen ist zusätzlich mit 200 Jahre alten Estern und Kongeneren imprägniert – den organischen Verbindungen, die natürlicherweise in Spirituosen enthalten sind und ihnen Geschmack verleihen. Destillieranlagen aus Metall können diese Aromen nicht reproduzieren und dem Spirit während des Destillationsprozesses nichts zusätzlich an Geschmack verleihen. Dadurch gelten Rums aus diesem Destillieranlagen aus Holz als besonders aromatisch. Heute wird Pussers in Guyana Port Mouran in einer zweifach Pott Still Destillieranlage komplett aus Holz hergestellt. Wie Single Malt Whiskys, die auch in Pott Still Anlagen destilliert werden, dauert die Herstellung deutlich länger, ist aufwendiger und damit ist die Herstellung von Pusser teurer.

Reifung in Bourbon-Fässern

Nach der Destillation werden viele Rumsorten in Holz gereift, da die Alterung darin dem Rum eine zusätzliche leichte, feine Süße und zusätzlichen Geschmack verleiht. Aber im Gegensatz zu Rumsorten aus Column-Still Anlagen, beginnt Pusser Rum seinen Alterungsprozess im Fass bereits mit reichlich Eigengeschmack, der ihm durch den Destillationsprozess in der Brennblase verliehen wurde. Er reift in gebrauchten, vor Abfüllung ausgebrannten („getoasteten“) Bourbonfässern aus französischer Weisseiche und enthält keine Aromastoffe oder zusätzlichen Zucker.

Mehr als nur ein Rum – ein Stück BVI

Seit fast einem halben Jahrhundert ist die Marke Pusser mehr als nur ein Rum. Sie ist zu einer eigenständigen Legende geworden, mit einer starken physischen Präsenz auf den Britischen Jungferninseln mit eigenen Bars und Restaurants. Neben dem Pusser´s West End gibt es das Cane Garden Bay und ein traditionell britischen Pub – den Road Town Pub. Zudem betreibt die Marke Pusser ein recht umfangreiches Merchandising.

Eine Marke - vier verschiedene Rum

Bei allen 4 Rum des aktuellen Sortiments handelt es sich um feine, kräftige und unverwechselbar Rum, also die Art, die man auf einem britischen Schlachtschiff erwarten würde. Neben dem traditionellen Pusser Navy Rum mit 40 Vol.% wird ein sehr empfehlenswerter Gunpowder Proof mit original Navy Stärke von 54,5 Vol.% angeboten. Für den Original Navy Rum war dies die Mindeststärke und um zu verhindern, dass minderwertige, verdünnter Rum geliefert wurden, gab es den sogenannten Schiesspulver-Test. Dazu goss man den Rum auf Schießpulver und konnte an der Art der Flamme sehen, ob er gut oder gepanscht war. Für ganz harte Jungs und Mädchen zum pur trinken oder alternativ für sehr leckere Punsch oder Spiced Rum Kreationen wird ein Overproof Rum in Fassstärke mit 75 Vol.% angeboten. Der Flaggschiff der Pusser Rum Flotte ist der 15 Jahre gelagerte 15 Jahre Navy Rum Nelson´s Blood.

Pusser’s British Navy Rum 40.0%

Samtig auf der Zunge, mit Noten von reifen Backpflaumen und Datteln. Dazu Vanille, etwas  süßes Eichenholz mit leichter Kaffeenote. Langer Abgang mit komplex, würziger Mischung aus Frucht, Toffee und Holz.

 

Pusser’s Gunpowder Proof Rum 54.5%

Im Geschmack kraftvoll und komplex  mit kräftiger Note von Trockenfrüchten. Dazu gesellen sich Vanillenoten und Gewürze wie Muskat und die Schärfe von Ingwer. Im langen Abgang ist er wieder würzig süß mit einem Mix aus Trockenfrüchten, Holz und Toffee.

 

Pusser’s 15 Jahre Navy Rum 40.0%

Sehr cremig und samtig auf der mit reifen Fruchtnoten, Noten von Melasse und etwas Toffee. Dazu kommen feine Gewürznoten und etwas Holz. Der Abgang ist langanhaltend, komplex und würzig süß mit etwas Marzipan, Trockenfrüchten und Eichenholz.

 

Und zum Abschluß noch einen Painkiller Cocktail

Da wäre ja noch der berühmt, berüchtigte Cocktail Painkiller, der der Legende nach in derSoggy Dollar Bar auf Tortola erfunden wurde und nur echt mit dem Pusser´s Rum zubereitet wird…. aber das ist schon wieder eine andere Geschichte!

Mehr Infos zum Pussers gibt es auf deren Website unter https://pussers.com

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