Reis, Bohnen und Fleisch – das Nationalgericht der Dominikanischen Republik in den Farben seiner Nationalflagge

Die Kombination aus Reis, Bohnen und Fleisch (normalerweise Hühnchen) hat einen langen Weg zurückgelegt, bevor es als „Puello“- dem täglichen Brot für die Einwohner der Dominikanischen Republik wurde. Aber dieses emblematische Gericht der dominikanischen Gastronomie, dass gleichzeitig den Farben der Nationalflagge entspricht, brauchte eine Zeit, um auf die Tische der Karibikinsel zu kommen.

Die Grundnahrung der Ureinwohner – den Taíno-Indianern – vor der Ankunft der Europäer bestand aus Knollen wie Maniok oder Süßkartoffeln, die unterirdisch wuchsen und trotz tropischer Stürme immer verfügbar waren sowie Meeresfrüchten. Den spanischen Eroberern brachten eine Vielzahl essbarer Produkte auf die Insel, darunter Reis (der aus Asien nach Europa kam) und Tiere für den menschlichen Verzehr wie Hühner, Schweine und Rinder. Die rote Bohne hingegen kam im 16. Jahrhundert aus Mittelamerika. Bereits historische Dokumente aus dem Jahr 1577 erwähnen eine Mischung aus Reis und Bohnen.

Allerdings dauerte es noch einige Zeit, bis das Reis, Bohnen und Fleisch auch im östlichen Teil der Insel Hispaniola täglich auf den Tisch kam. Die Ernährung der Bewohner bestand mehrere Jahrhunderte lang, einschließlich der Zeit der Kolonien und der Ersten Republik, im Wesentlichen aus Fleisch oder im Volksmund „Essen mit einer Scheibe“. Reis und andere Gerichte waren für besondere Tage reserviert.

Ursprünglich wurde Reis auf der Insel selbst kaum produziert. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte Reis zu den wichtigsten Importprodukten. Mit der ersten US Intervention (1916-1924) begann der Aufstieg von Reis. Viele US-Besatzungssoldaten kamen aus Louisiana, einem Reisanbaugebiet im Süden der Vereinigten Staaten mit einem großen Konsum dieses Getreides, das sie dort auch mit Bohnen kombinierten. Zudem verbreiteten sie die Legende, dass der Verzehr der Traditionellen Kochbananen sogenanntes „Brutein“ produzieren würde, was angeblich zu „Verrohung“ führen würde. Später, in der Ära von Rafael L. Trujillo wurde der Reisanbau in den südlichen Regionen forciert. Die Vereinigung von Reis, Bohnen und Fleisch, die das Mittagessen auf Basis der traditionellen Lebensmittel ersetzte, wurde rasch an dominikanische Gewürze und Pfannengerichte angepasst.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Reis, Bohnen und Fleisch eine vollwertige Mahlzeit, da die Bohnen dem Reis eine essentielle Aminosäure liefern, die ein hochwertiges Protein bildet. Das einzige, was dem beliebten und schmackhaften Gericht, das auf den Namen der dominikanischen Flagge getauft wurde, einen Wermutstropfen verleiht, ist der Überschuss an Fetten, die bei seiner Zubereitung verwendet werden. Gemäß traditionellem dominikanischen Rezept werden sowohl am Anfang als auch am Ende der Zubereitung dem Gericht reichlich Öl zugefügt, was den Lipidgehalt in die Höhe treibt und den Reis ungesund macht. Zudem werden zum Gericht zu allem Überfluss auch noch in Fett gebackene Krapfen – Frituritas Ricas – gereicht. Ob nun mit oder ohne viel Öl – lecker ist es in jedem Fall.

Originalbeitrag: Lístin Diario

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