Kuba entdecken – Zentralkuba – Matanzas

Auf unserer Entdeckungsreise durch Kuba geht es heute nach Zentralkuba und der Provinzhauptstadt Matanzas.

Östlich der Hauptstadt Havanna beginnen die Zuckerrohrfelder, die über Jahrhunderte für den Reichtum Weniger und harte Arbeit für die Sklaven und einfachen Bauern sorgten. Die Regionen Zentralkubas Matanzas, Santa Clara, Cienfuegos, Trinidad, Sancti Spiritus, Moron und Camaguey sind überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Hier befinden sich aber auch Kubas beliebteste Touristengebiete wie Varadero, Städte wie Trinidad, in denen die Zeit seit Jahrhunderte still zu stehen scheint, historische Orte wie die berühmte Schweinebucht und unberührte Natur in den Schutzgebieten der Zapata-Sümpfe und der Sierra Escambrey.

Provinz Matanzas

Matanzas Stadt

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist mit seinen 120 Tausend Einwohnern ein eher, ruhiger Ort mit typisch kubanischer Atmosphäre und vielen alten Kolonialgebäuden. Hierher verirrt sich eher selten ein Tourist  Die Stadt liegt an einer Bucht in der der Rio Yumurí der vom Norden her und der Rio San Juan, der aus südlicher Richtung ins Meer münden. Sie wurde 1693 gegründet und das Stadtbild ist von den beiden Flüssen und den zahlreichen Brücken, die die Ufer miteinander verbinden gekennzeichnet. Der Name Matanzas steht für das spanische Wort Massaker – dass sich nach Überlieferung hier ereignet haben soll, als 30 Schiffbrüchige Spanier von Indianern getötet worden sein sollen.

Das fruchtbare Wei­deland rund um die 1693 entstandene Sied­lung wurde zur Viehzucht genutzt. Ein großer Schlachthof versorgte schon die spanische Flotte mit Fleisch, dass mit auf der Halbinsel Hicacos gewonnenem Salz eingepökelt wurde. Im 17. Jh. kam der Tabakanbau und ab dem 18. Jahrhundert der Zucker hinzu. Im 19. Jahrhundert war das Gebiet aufgrund der Zuckerindustrie ein wichtiger Standort für die kubanische Wirtschaft. Es hatte eine der größten Konzentrationen von Sklaven im Land.

Die wirtschaftliche Stärke des aufstrebenden Bürgertums ermöglichte es ihm, Kultur in den Bereichen Kunst und Literatur, Bildung und Wissenschaft zu fördern. Es entstand das Teatro Sauto in dem namhafte Künstler auftraten. Mit der boomenden Zuckerindustrie des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg entstanden Stadtpa­läste und luxuriöse Häuser entstanden. Mit der wirtschaftlichen Depression der zwanziger Jahre und dem drastischen Verfall des Zuckerpreises verflog auch der Reichtum der Stadt. 

Ermita de Monserrate

Die Eremitage von Monserrate de Matanzas, zwischen 1872-74 erbaut, ist ein Gebäude im neoklassizistischen Stil und ein wahres Juwel der kubanischen Kolonialarchitektur. Man kann sie besichtigen und hat vom Turm aus zudem einen herrlichen Blick über die Stadt.

Parque Rene Fraga

Der René Fraga Moreno Park ist ein Juwel der kubanischen Architektur. Der 1929 unter Diktator Machado errichtete Park zeichnet sich durch Räume unterschiedlicher Ebenen, Bäume und Treppen, die miteinander verbunden sind, einen Sportplatz und Bereiche für Volksfesten aus. Von hier aus hat man eine der schönsten Aussichten auf die Stadt.

Parque Libertad

Der Parque Libertad ist der historische Kern der Stadt und widerspiegelt noch die ehemalige kolonia­len Pracht. Hier befindet sich das  Rathaus und das ehemaligen Hotel Lou­vre und im Teatro Velazco und im Casono Español traten einst bekannte Künstler. 

Museo Farmaceutico

Ebenfalls direkt am Parque Libertad gelegen handelt es sich um eine prachtvolle, historische Apotheke, die 1882 eingeweiht und im Besitz von Dr. Ernesto Triolet war. Triolet, französischer Abstammung, erhielt 1860 den Titel eines Doktors der Pharmazie und gründete 1866 eine französische Apotheke in Sagua la Grande Nuestra Señora de Regla. 1880 beschloss er, auch in Matanzas eine Apotheke im französischen Stil zu bauen. Das Anwesen ist ein getreues Beispiel für die kubanische neoklassizistische Architektur des späten neunzehnten Jahrhunderts. Es besteht aus zwei Etagen und einer teilweise auf der Dachebene, rund um einen zentralen Innenhof. Bis 1964 war die Apotheke noch in Betrieb, bis sie 1964 zum ersten pharmazeutisches Museum Lateinamerikas wurde. In ihr sind noch alle ursprünglichen beweglichen und unbeweglichen Elemente der Apotheke vorhanden und sie gilt als die einzige französische Apotheke aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die auf der Welt erhalten ist. 2007 wurde sie zum Nationaldenkmal erklärt.

Catedral de San Carlos Borromeo lll

Die erste Kirche am Ort der heutigen Kathedrale von Matanzas oder Catedral San Carlos Borromeo wurde bereits 1693 von Don Diego Avelino de Compostela gesegnet, was gleichzeitig der der Gründungsakt der Stadt Matanzas war. 1712 wurde die Kirche durch einen schweren Sturm verwüstet. 1725 begann der Bau einer neuen Kirche, die 1736 fertiggestellt wurde. Der Turm wurde im Jahr 1801 errichtet und im Jahr 1855 erhielt sie die heutige Form. 1880 wurde der Park an der Nordseite angelegt und 1896 mit üppigem Baumbestand verschönert. 1912 wurde sie dann in den Rang einer Kathedrale erhoben.

Plaza de la Vigia

Der Platz wurde bereits 1693 als Plaza de Armas errichtet. In seiner Umgebung sind wichtige und typische Bauwerke des 19. Jahrhunderts erhalten, wie das Sauto-Theater, das alte Zollhaus, der Junco-Palast, das Gebäude „La Vigía“ und andere. Um ihn herum wuchs die Stadt ab 1693. Den Namen Plaza de La Vigía erhielt der Platz zur Erinnerung an die alte Festung, die sich einst in der Nähe des Ortes befand und die Stadt mehr als ein Jahrhundert lang vor Angriffen durch Korsaren und Piraten schützte.

Teatro Sauto

Sein Bau im neoklassizistischen Stil aus dem Jar 1863 geht auf die Bemühungen des prominenten Apothekers Ambrosio de la Concepción Sauto y Noda zurück. Es hat eine großartige Akustik. Das Gebäude wurde im Zusammenhang mit dem Zuckerbooms des 19. Jahrhunderts gebaut und gilt als eines der bedeutendsten Kubas. Seit 1978 Nationaldenkmal ist das  El Sauto Ort für Festivals für Internationales Ballett, Gitarre, Golden Boleros und Zeitgenössische Musik. Jedes Jahr bietet es Spielzeiten des Nationalballetts von Kuba und der Nationaloper.

Museo Palacio Junco

Das Museo Palacio Junco ist ein Gebäude aus dem Jahr 1838, im neoklassizistischen Stils. Es gehörte einem der reichsten Bürger von Matanzas – Don Vicente del Junco y Sardiñas, dem großer Landstriche, Zuckerfabriken und zahlreiche schwarzer Sklaven gehörten. Seine Familie bewohnte das Anwesen bis 1970. Im heutigen Museum kann man sich über die Geschichte von Matanzas informieren.

Museo de los Bomberos

Die Feuerwache wurde am 2. Februar 1873 eingeweiht. Inspiriert von neoklassizistischer Architektur ist die Feuerwache von Matanzas eines der attraktivsten Gebäude seiner Art in Kuba. Die Anlage besteht aus drei großen Schiffen und hat ebenso viele Fenster. Das Gebäude hat eine einzige Etage, in der die damals modernen Feuerwehrfahrzeuge untergebracht waren. Seit 1998 ist es ein kleines Museum, das Gegenstände aus verschiedenen Phasen seiner Geschichte zeigt. Kernstück der Ausstellung sind die Dampfpumpen „Matanzas“ und „Cuba“ sowie die sogenannte „La Caridad“, mit englischem Patent aus dem Jahr 1894.

Cuevas de Bellamar

Die Bellamar-Höhlen am südlichen Rand von Matanzas sind ein Höhlensystem von mehr als 23 Kilometern, dass 1863 zufällig entdeckt wurde. Es wird geschätzt, dass sich die Galerien und Gänge vor etwa 300.000 Jahren gebildet haben. Die Ebene, in der sich die Höhlen befinden, befanden sich ursprünglich unter dem Meeresspiegel und bildete einen Teil der Bucht von Matanzas. Aufgrund der Schönheit ihrer Galerien und Höhlen, der bedeutenden paläontologischen Funde wurden sie zum Nationaldenkmal erklärt.

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