Haiti – Zahl der Erdbebenopfer steigt auf fast 1.300. Präsident ruft zur nationalen Einheit auf!

Die Zahl der Todesopfer bei dem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 in Haiti  am Samstag um 08:29 Uhr (12:29 Uhr GMT) etwa 160 km von der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince entfernt stieg am Sonntag auf fast 1.300 und die der Verletzten auf 2.800. 

Nach einer Nacht mit Nachbeben versuchten Rettungskräfte mit schweren Maschinen, Lastwagen und Bagger in der Stadt Los Cayos, nahe dem Epizentrum des Erdbebens, Menschen zwischen den Zementplatten eingestürzter Gebäuden zu befreien. Die Medizinischen Einrichtungen der betroffenen Gegend sind hoffnungslos überfordert. Verletzte und Kranke müssen in die ohnehin schon überlasteten Krankenhäuser in die Hauptstadt gebracht werden.

Die Bemühungen, den Opfern zu helfen, könnten behindert werden, wenn der Tropensturm Grace Haiti mit sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen treffen sollte.

Das Gesundheitsministerium schickte Personal und Medikamente auf die südwestliche Halbinsel, aber auch die Notfalllogistik wird durch die Unsicherheit beeinträchtigt, die Haiti seit Monaten heimsucht. Die einzige Straße, die die Hauptstadt mit der südlichen Inselhälfte verbindet, durchquert auf etwas mehr als zwei Kilometern das Armenviertel Martissant, das seit Anfang Juni unter Kontrolle bewaffneter Banden steht.

Viele Länder wie die USA, die Dominikanische Republik, Mexiko und Ecuador haben bereits ihre Hilfe angeboten, indem sie Personal, Notrationen und medizinisches Gerät entsandten. 

Premierminister Ariel Henry, der am Samstag in den vier von der Katastrophe betroffenen Departements den Notstand für einen Monat ausgerufen hatte, bedankte sich am Sonntag bei der internationalen Gemeinschaft. „Wir wollen adäquater reagieren als 2010 nach dem Erdbeben. Alle Hilfen, die aus dem Ausland kommen, müssen von der Direktion für Bevölkerungsschutz koordiniert werden“, forderte der Regierungschef und rief seine Mitbürger zur „nationalen Einheit“ auf. „.

Das ärmste Land Amerikas wurde bereits im Januar 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7 erschüttert, das einen Großteil in der Hauptstadt Port-au-Prince und den umliegenden Städten massive Schäden anrichtete und von denen sich das Land bis heute nicht erholt hat.

Quelle Inhalt: Listin Diario Fotos: Listin Diario & Jose Flécher.

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