Cayman-Papageien bleiben trotz Schutzstatus bedroht
Cayman-Papageien gehören zu den bekanntesten Tieren der Cayman Islands. Doch obwohl die leuchtend grünen Vögel als Nationalvögel unter Schutz stehen, sehen Naturschützer ihre Zukunft weiterhin als gefährdet. Hauptursachen für den Rückgang der Bestände sind der Verlust natürlicher Lebensräume, schwere Hurrikane sowie eingeschleppte Fressfeinde wie verwilderte Katzen und Ratten. Besonders dramatisch waren die Auswirkungen der Hurrikane Ivan (2004) auf Grand Cayman und Paloma (2008) auf Cayman Brac. Aktuelle Erhebungen schätzen den Bestand auf rund 3.200 Vögel auf Grand Cayman und etwa 1.100 auf Cayman Brac. Auf Grand Cayman hat sich die Population innerhalb eines Jahrzehnts sogar mehr als halbiert.
Die beiden endemischen Unterarten des Kubasittichs kommen ausschließlich auf den Cayman Islands vor. Während der Brutzeit von März bis Juli nisten sie in Baumhöhlen alter Mangroven-, Mandel-, Mango- und Palmenbäume. Naturschützer appellieren deshalb an Einheimische und Besucher, Nester keinesfalls zu stören. Neben dem Schutz vor Wilderei spielt vor allem der Erhalt alter Wälder eine entscheidende Rolle. Nur dort finden die Papageien ausreichend Nahrung und geeignete Bruthöhlen. Gleichzeitig arbeitet das Umweltministerium gemeinsam mit Landwirten an tierfreundlichen Methoden, um Ernteschäden zu reduzieren – etwa durch spezielle Warnrufe, die die Vögel von Obstplantagen fernhalten.
Trotz aller Herausforderungen gibt es auch Anlass zur Hoffnung: Während in der Karibik bereits mehr als die Hälfte aller Papageienarten ausgestorben ist, verfügen die Cayman Islands noch immer über stabile Wildpopulationen. Ihr langfristiger Erhalt hängt jedoch entscheidend vom Schutz ihrer natürlichen Lebensräume ab.
Quelle und Bild: Cayman Compass

