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USA–Kuba: Zwischen Dialogsignalen und neuer „Maximum Pressure“-Politik

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba befinden sich derzeit in einer widersprüchlichen Phase: Während es zuletzt hochrangige Kontakte gab, verschärft Washington gleichzeitig den wirtschaftlichen Druck auf die Insel deutlich.

Für Aufmerksamkeit sorgte insbesondere der Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Havanna Mitte Mai. Es war einer der bedeutendsten direkten Kontakte zwischen beiden Ländern seit Jahren. Im Mittelpunkt standen Sicherheitsfragen, regionale Stabilität sowie Vorwürfe der USA bezüglich ausländischer Einflussnahme und Geheimdienstaktivitäten in Kuba.

Parallel dazu verfolgt die US-Regierung jedoch eine deutlich härtere Linie. Am 1. Mai 2026 unterzeichnete Präsident Donald Trump eine neue Executive Order, die die Sanktionen gegen Kuba erheblich ausweitet. Die Maßnahmen richten sich nicht nur gegen staatliche Akteure, sondern auch gegen Unternehmen und internationale Finanzinstitute mit Verbindungen zu Schlüsselbereichen der kubanischen Wirtschaft – darunter Energie, Finanzen, Bergbau und Sicherheitssektor. Erstmals werden dabei auch sogenannte Sekundärsanktionen gegen ausländische Akteure ermöglicht.

Die US-Regierung bezeichnet diesen Kurs als „Policy of Maximum Pressure“. Ziel ist es, den politischen und wirtschaftlichen Druck auf Havanna zu erhöhen. Kuba weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Maßnahmen als weitere Verschärfung des jahrzehntelangen Embargos. Damit zeigt sich derzeit ein komplexes Bild: Einerseits bleiben Gesprächskanäle offen, andererseits verschärft Washington parallel den Sanktionskurs – ein Zeichen dafür, dass Dialog und Druck aktuell nebeneinander bestehen. Auf der anderen Seite leidet das kubanische Volk und die Wirtschaft unter der Energieknappheit und den daraus resultierenden zahlreichen Folgen. Selbst der letzte, verbliebene Devisenbringer Tourismus zeigt durch den Kerosinmangel bedingtem Ausfall von Flügen massiv. Treibstoffmangel verschärft auch die Problem der ohnehin schwachen Landwirtschaft und damit die Versorgung der Bevölkerung.

Fotos: Adobe Stock