Rekord‑Sargassum bedroht Strände, Tourismus und Ökosysteme
Eine außergewöhnlich starke Sargassum‑Saison 2026 kündigt sich an – mit potenziell erheblichen Folgen für Umwelt und Wirtschaft der Karibik. Aktuelle Messungen zeigen, dass bereits zu Jahresbeginn rund 1,7 Millionen Tonnen Sargassum im Atlantik treiben, deutlich früher und in größerer Menge als üblich.
Parallel warnen Wissenschaftler vor der „größten marinen Bioinvasion“, die sich aktuell Richtung Karibik bewegt und in den kommenden Monaten zahlreiche Küsten erreichen könnte.
Besonders betroffen sind erneut die mexikanische Karibik sowie Teile Mittelamerikas. Erste massive Anlandungen wurden bereits gemeldet, während Behörden sich auf eine mögliche Rekordsaison vorbereiten. Das Problem ist strukturell: Seit 2011 hat sich im Atlantik ein riesiger Algenstreifen – der sogenannte Great Atlantic Sargassum Belt – gebildet, der sich jährlich ausdehnt und regelmäßig die Karibik erreicht. Die Folgen sind vielfältig: Sargassum blockiert Sonnenlicht für Korallenriffe, beeinträchtigt die Wasserqualität und setzt beim Zersetzen gesundheitsschädliche Gase frei. Gleichzeitig entstehen hohe Kosten für Reinigung und Küstenschutz.
Dennoch entstehen auch neue Lösungsansätze. Einige karibische Länder und Start‑ups entwickeln Technologien, um die Algen in Biokraftstoff, Dünger oder Baumaterialien umzuwandeln. Damit könnte aus einem Umweltproblem langfristig ein wirtschaftlicher Rohstoff werden.
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