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UNESCO würdigt 29 neue Dokumenten-Erbestätten in Lateinamerika und der Karibik

Bei der 25. Sitzung des Regionalen Komitees für Lateinamerika und die Karibik des UNESCO-Programms „Memory of the World“ (MoWLAC) wurden 29 neue Dokumentensammlungen in das regionale Register aufgenommen. Insgesamt gingen 72 Bewerbungen aus 15 Ländern ein – von Argentinien bis Venezuela. Das „Memory of the World“-Programm wurde 1992 von der UNESCO gegründet, um das dokumentarische Erbe der Menschheit zu bewahren und zugänglich zu machen. Alte Handschriften, Karten, Archive, Tonaufnahmen und Fotografien sind oft durch Kriege, Naturkatastrophen oder fehlende Ressourcen bedroht. Seit der Gründung des MoWLAC-Registers im Jahr 2000 wurden über 260 Dokumentensammlungen aus Archiven, Bibliotheken und Museen in der Region als „Gedächtnis der Welt“ anerkannt.


Auch mehrere karibische Länder wurden 2025 ausgezeichnet:

  • Saint Lucia:
    Die Persönliche Bibliothek von Nobelpreisträger Sir Derek Walcott (1930–2017) wurde in das Register aufgenommen. Sie umfasst mehr als 3.300 Bücher, Notizen und Arbeitsmaterialien des Schriftstellers, die heute in der Hunter J. François Library am Sir Arthur Lewis Community College in Castries aufbewahrt werden.
  • Trinidad und Tobago:
    Das Manuskriptarchiv des Schriftstellers Earl Lovelace (1963–1999) – bekannt durch Romane wie The Dragon Can’t Dance – wurde von der University of the West Indies eingereicht. Es dokumentiert Jahrzehnte karibischer Literaturgeschichte.

Zu den weiteren neuen Einträgen gehören:

  • Argentinien: Ethnografische Musikarchive des Instituto Nacional de Musicología (1931–2008)
  • Peru: Originaldokumente der Frauenrechtlerin Trinidad María Enríquez (1878–1891)
  • Mexiko: Historische Agrarkarten aus der Zeit nach der Revolution (1917–1992)
  • Venezuela: Correo del Orinoco – die Unabhängigkeitszeitung Simón Bolívars (1818–1822)

Mit den neuen 29 Einträgen wächst die Zahl der anerkannten Dokumente auf über 290 bedeutende Sammlungen. Sie stehen für das gemeinsame Ziel der Region, Erinnerung, Identität und Geschichte zu bewahren, um sie künftigen Generationen zugänglich zu machen.

„Das dokumentarische Erbe ist ein Spiegel unserer Vielfalt und ein Werkzeug für Bildung und Frieden“, betonte die UNESCO in einer Erklärung.

Fotos: UNESCO und Adobe Stock

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