„Gilimbos“ – die sanften Riesen der Riffe vor den Cayman Islands
Vor den Cayman Islands leben noch immer einige der größten und farbenprächtigsten Bewohner der Karibik – die sogenannten „Gilimbos“, wie sie von Einheimischen genannt werden. Damit gemeint sind zwei eindrucksvolle Papageifischarten: der Regenbogen-Papageifisch (Scarus guacamaia) und der Mitternachts-Papageifisch (Scarus coelestinus).
Riesen in schillernden Farben
Der Regenbogen-Papageifisch ist der größte seiner Art im gesamten Karibikraum – er kann über einen Meter lang und bis zu 20 kg schwer werden. Seine leuchtend grünen, pinken und blauen Schuppen spiegeln die Farben des Riffs wider. Der Mitternachts-Papageifisch ist etwas kleiner, besticht aber durch sein tiefblaues Farbkleid mit hellen Flossen, die im Sonnenlicht glitzern. Beide Arten sind wichtige „Ökosystem-Ingenieure“: Sie fressen Algen, verwandeln Korallenstein in Sand und schaffen damit Platz für neues Korallenwachstum – ein zentraler Beitrag zur Gesundheit und Erneuerung der Riffe.
Selten geworden, aber nicht vergessen
Früher konnte man die Gilimbos entlang der Küsten von South Sound, Pease Bay oder Frank Sound regelmäßig sehen. Heute trifft man sie meist nur noch in tieferen Riffzonen – ein Zeichen für den Rückgang der Bestände. Ähnliche Beobachtungen gibt es auch auf Cuba’s Isla de la Juventud und in den Bay Islands von Honduras.
Forderung nach Schutzmaßnahmen
Während in Bonaire und Bermuda Papageifische gesetzlich geschützt sind, fehlt ein solcher Schutz auf den Cayman Islands bislang. Das Department of Environment betont die Bedeutung dieser Fische für die Resilienz der Riffe und fordert stärkere Schutzgebiete, insbesondere in Mangroven- und Riffkronenbereichen, wo sich die Tiere fortpflanzen und Jungfische entwickeln.
Originalbeitrag: Cayman Compass Fotos: Adobe Stock

