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Hurrikan Melissa verursacht Schäden von bis zu 7 Milliarden US-Dollar – Jamaikas Premier warnt vor langfristigen Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen von Hurrikan Melissa sind für Jamaika katastrophal. Premierminister Andrew Holness bezifferte die Schäden im Parlament auf zwischen 6 und 7 Milliarden US-Dollar, was rund 28 bis 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes entspricht. Noch nie habe eine Naturkatastrophe eine vergleichbare wirtschaftliche Belastung verursacht.

Größter Schaden in der Geschichte Jamaikas

„Wir haben noch nie ein Desaster dieser Größenordnung erlebt – weder bei Gilbert noch bei Ivan“, erklärte Holness in seiner Ansprache vor dem Abgeordnetenhaus. Der Sturm habe nicht nur ganze Landstriche verwüstet, sondern auch zentrale Wirtschaftszweige wie Tourismus und Landwirtschaft schwer getroffen. Hinzu kommen Schäden an Straßen, Wohnhäusern und kritischer Infrastruktur.

Schwerer Schlag für Wirtschaft und Beschäftigung

Nach ersten Berechnungen könnte das wirtschaftliche Wachstum kurzfristig um acht bis dreizehn Prozent einbrechen.
„Das bedeutet, dass unsere Einnahmen sinken werden, während gleichzeitig die Ausgaben für Nothilfe, Wiederaufbau und Infrastruktur steigen müssen“, so der Premierminister. Besonders stark betroffen seien Tourismusregionen, landwirtschaftliche Betriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen, die nun Hilfe beim Wiederaufbau benötigen.

Steigende Staatsverschuldung erwartet

Holness kündigte an, dass sich das Verhältnis von Staatsverschuldung zu BIP kurzfristig erhöhen werde, da Mittel in den Wiederaufbau und die Stärkung der Resilienz fließen müssten. Dennoch zeigte er sich optimistisch: „Jamaikas disziplinierte Haushaltspolitik der letzten Jahre gibt uns die Glaubwürdigkeit und den Handlungsspielraum, um entschlossen zu reagieren.“

Wiederaufbau und Wirtschaftswachstum Hand in Hand

Etwa 40 Prozent der Insel seien wirtschaftlich betroffen, so Holness. Daher müsse „die übrigen 60 Prozent der Insel ihre Produktivität verdoppeln“.
Er betonte, dass Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung gleichzeitig vorangetrieben werden müssen. Trotz der verheerenden Schäden zeigte sich der Premier zuversichtlich, dass Jamaika gestärkt aus der Krise hervorgehen könne – mit resilienteren Infrastrukturen und einem nachhaltigeren Wirtschaftsmodell. In den kommenden Wochen werden internationale Hilfsorganisationen, lokale Unternehmen und Regierungseinrichtungen gemeinsam an den Wiederaufbauplänen arbeiten.

Quelle: Cayman Compass Fotos: Adobe Stock und Jamaican Information Service

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