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Barbados, Belize, Dominica und St. Vincent & the Grenadines führen eine EU‑ähnliche Freizügigkeit ein – Bürger können ohne Visum oder Arbeitsgenehmigung in teilnehmenden Staaten leben und arbeiten.

Am 01.10.2025 trat in vier karibischen Ländern ein historisches Freizügigkeitsabkommen nach EU-Vorbild in Kraft. Regierungsvertreter hoffen, dass dieses Abkommen den Zustrom qualifizierter Fachkräfte aus der Region nach Nordamerika und Europa eindämmen wird. Das Abkommen zwischen Barbados, Belize, Dominica und St. Vincent und den Grenadinen (SVG) ist das Ergebnis jahrzehntelanger Diskussionen und Verhandlungen zwischen den Mitgliedern der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) – einem regionalen Zusammenschluss von 15 Mitgliedsländern. Die „vollständige Freizügigkeit“ ermöglicht es Staatsangehörigen der vier Länder, sich in jedem der Länder auf unbestimmte Zeit ohne Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis aufzuhalten, zu arbeiten und zu leben.

Es handelt sich um eine Erweiterung der Migrationsmöglichkeiten, die derzeit im Rahmen des Caricom Single Market and Economy (CSME)-Programms angeboten werden. Staatsangehörige der Caricom können in allen teilnehmenden Mitgliedsländern einen Antrag auf Aufenthalt stellen, wobei Qualifikationen, Dienstleistungen und Unternehmensgründung eine Rolle spielen. Die neue Regelung kommt vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen über eine Abwanderung von Fachkräften aus der Region zustande. Insbesondere junge Fachkräfte ziehen lukrative Gehälter und Möglichkeiten nach Großbritannien, in die USA und nach Kanada, wodurch die Inseln in wichtigen Bereichen wie dem Gesundheits- und Bildungswesen Lücken aufweisen.

Quelle: The Guardian Fotos: Adobe Stock

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